Datum16.12.2025 01:21
Quellewww.zeit.de
TLDRUS-Präsident Donald Trump hat Fentanyl per Dekret als "Massenvernichtungswaffe" eingestuft, eine Entscheidung, die mögliche militärische Interventionen in Betracht zieht. Trump warnte vor den tödlichen Auswirkungen des Opioids, das jährlich zahlreiche Überdosetote fordert. Fentanyl, bis zu 50 Mal stärker als Heroin, hat in den USA die Drogensituation verschärft. Der Erlass legt den Behörden Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Handels nahe, bleibt jedoch vage in Bezug auf die Auswirkungen dieser Einstufung.
InhaltDer US-Präsident hat das Schmerzmittel per Dekret als "Massenvernichtungswaffe" eingeordnet. In dem Erlass wird auch ein möglicher Einsatz von Streitkräften thematisiert. Die USA stufen das Schmerzmittel Fentanyl als "Massenvernichtungswaffe" ein. Ein entsprechendes Dekret unterzeichnete US-Präsident Donald Trump. "Keine Bombe hat eine solche Wirkung", sagte Trump und behauptete, an dem Opioid würden jährlich 200.000 bis 300.000 Menschen sterben. Nach Schätzungen des US-Rechnungshofs starben im Jahr 2024 rund 48.000 Menschen an einer Fentanyl-Überdosis. Fentanyl ist ein Schmerzmittel, das in der Medizin zur Behandlung sehr starker Beschwerden und auch in der Anästhesie eingesetzt wird. Allerdings macht es schnell und stark abhängig. In den USA hat Fentanyl zu einem weitreichenden Drogenproblem geführt. Die Substanz ist bis zu 50 Mal stärker als Heroin, schon wenige Milligramm können nach Angaben der US-Regierung tödlich sein. Eine Überdosis ist laut Regierungsangaben weiter die häufigste Todesursache bei Amerikanern zwischen 18 und 44 Jahren. Unklar ist, welche Wirkung Trumps neue Einstufung von Fentanyl auf die Bewältigung der Krise hat. Die US-Behörden werden mit dem Erlass befugt, gegen die Bedrohung durch Fentanyl und seine Vorläufersubstanzen vorzugehen. In Trumps Verordnung heißt es etwa, es soll geprüft werden, ob das Verteidigungsministeriums eingreifen müsse – etwa durch den Einsatz von Streitkräften. Zuletzt hat das US-Militär mehrfach Boote in der Karibik angegriffen und dies mit mutmaßlichem Drogenschmuggel begründet. Beweise hat die US-Regierung bislang nicht vorgelegt. Trump räumte bei der Vorstellung seines Erlasses ein, dass Fentanyl per se nichts Schlechtes sei. Zugleich heißt es in dem Dekret, illegal gehandeltes Fentanyl ähnele "eher einer chemischen Waffe als einem Betäubungsmittel". Der Text enthält zudem die Behauptung, Fentanyl könne für großangelegte Terrorangriffe genutzt werden. Für den Begriff "Massenvernichtungswaffen" fehlt eine allgemein anerkannte oder völkerrechtlich bindende Definition. Er erinnert an den Irakkrieg vor gut 20 Jahren, als die USA dem damaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein den Besitz solcher Waffen vorwarfen. Waffen dieser Art wurden dort nie gefunden.