Datum15.12.2025 14:29
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Polizei Berlin hat im Kampf gegen Messergewalt fast 300 Messer beschlagnahmt und sieht Erfolge durch neue Maßnahmen. Strafen wie der Führerscheinentzug für verurteilte Straftäter wurden bereits fünfmal angewendet. Zudem wurden in bestimmten Gebieten verbotszonen eingerichtet, was zu einem Rückgang der Messerstraftaten geführt hat. Innen-Staatssekretär Christian Hochgrebe bestätigte, dass die Kontrollen das Sicherheitsgefühl stärken und die Strategie gegen Messergewalt seit der Einrichtung einer Koordinierungsstelle beim LKA verschärft wurde.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität und Messer“. Lesen Sie jetzt „Fast 300 Messer beschlagnahmt – Polizei Berlin sieht Erfolge“. Im Kampf gegen Messergewalt hat Berlin inzwischen mehreren verurteilten Straftätern die Führerscheine entzogen. Im laufenden Jahr sei diese vor einiger Zeit angekündigte Strafe bislang in fünf Fällen angewendet worden, sagte Innen-Staatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) im Innenausschuss. In weiteren neun Fällen wurden Medizinisch-Psychologische Untersuchungen (MPU) angeordnet. Für den Entzug der Führerscheine zuständig ist das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO), Grund ist dann die fehlende "charakterliche Eignung". Nach der Einrichtung von Verbotszonen für Messer in bestimmten Gebieten und dem allgemeinen Verbot auf Bahnhöfen sowie in Bussen und Bahnen beschlagnahmte die Polizei inzwischen fast 300 Messer, wie Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel sagte. Von Mitte Februar bis Ende November seien in den Gebieten mit Waffen- und Messerverbot im Görlitzer Park und am Kottbusser Tor in Kreuzberg sowie am Leopoldplatz im Wedding 133 Messer, zwei Pistolen und 38 sonstige Waffen sichergestellt worden. 3.904 Menschen habe die Polizei in dem Zeitraum dort kontrolliert, sagte Slowik Meisel. In U-Bahnen, Bussen und auf Bahnhöfen gab es seit Juli, dem Start des dortigen Verbots, 11.500 kontrollierte Menschen. Dabei beschlagnahmte die Polizei 151 Messer, 5 Schusswaffen und diverse sonstige Waffen. Insgesamt 224 Menschen seien als Mehrfachtäter festgestellt worden. Die Verbote seien "nachweisbar wirksam" und hätten zu einer Verringerung der relevanten Delikte geführt, so die Polizeipräsidentin. Die Kontrollen der Polizei würden auch das Sicherheitsgefühl der Menschen stärken. Auch Innen-Staatssekretär Hochgrebe betonte, die Zahl der Messerstraftaten sei in den Zonen deutlich zurückgegangen – und zwar ohne, dass es Ausweichbewegungen gegeben hätte. Vor einem Jahr im Dezember hatte die Polizei eine Koordinierungsstelle für Messerstraftaten beim Landeskriminalamt (LKA) eingerichtet und die Strategie gegen Messergewalt neu ausgerichtet und verschärft. © dpa-infocom, dpa:251215-930-426607/1