Bordellbetreiber spenden 350.000 Euro für Kinderklinik in Berlin

Datum17.10.2025 12:58

Quellewww.spiegel.de

TLDRZwei Bordellbetreiber aus Berlin spendeten 350.000 Euro für die Umgestaltung des Eingangsbereichs der Kinderklinik Virchow-Klinikum der Charité. Hintergrund sind unhaltbare Vorwürfe der Organisierten Kriminalität gegen das Bordell "Artemis", die nach einer Razzia im Jahr 2016 gegen das Land Berlin zu Schadensersatzforderungen führten. Die Spende ermöglicht eine ansprechendere, kinderfreundliche Gestaltung des Klinikbereichs, was von der Vorstandsfrau Astrid Lurati als wichtig für das Wohlbefinden der kleinen Patienten hervorgehoben wird.

Inhalt2016 stürmten Beamte ein Berliner Bordell, die Vorwürfe der Organisierten Kriminalität erwiesen sich aber als haltlos. Das Land musste Schadensersatz zahlen, den die Besitzer des "Artemis" nun spendeten – und sie legten noch was drauf. Eine Spende von zwei Berliner Bordellbetreibern in Höhe von 350.000 Euro ist dem Virchow-Klinikum der Charité in Wedding zugutegekommen. Mit dem Geld ist der Eingangsbereich der Kinderklinik umgestaltet worden, wie die Charité der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Hintergrund der Spende ist eine Razzia in Berlins wohl bekanntestem Bordell "Artemis" im Jahr 2016: Hunderte Polizisten, Zollfahnder und Staatsanwälte waren beteiligt. Mehrere Verdächtige wurden damals festgenommen. Anschließend sprach die Staatsanwaltschaft unter anderem von Verbindungen zur Organisierten Kriminalität. Doch die Vorwürfe fielen in sich zusammen. Das Berliner Landgericht ließ Ende 2018 die Anklage der Staatsanwaltschaft nicht zu. Im Dezember 2022 verurteilte das Kammergericht Berlin das Land zur Zahlung von Schadensersatz. Das Land Berlin entschuldigte sich schließlich. Beide Seiten schlossen einen Vergleich, bei dem Berlin der Zahlung von 250.000 Euro zustimmte. Für ihre Spende an die Charité haben die Bordellbetreiber die Summe noch entsprechend erhöht. Mit dem Geld gestaltete das Virchow-Klinikum den Eingangsbereich unter anderem deutlich farbenfroher: Statt weißer Wände gibt es nun Waldmotive in verschiedenen Grüntönen. Zwischen den aufgemalten Büschen und Bäumen sind Rehe und Eichhörnchen zu entdecken. Mehrere Pfeiler im Eingangsbereich wurden außerdem mit Eichenholz verkleidet. Zuvor hatte die Zeitung "B.Z." darüber berichtet. "Unsere Kinderklinik ist ein Ort, an dem Heilung beginnt – nicht nur durch Medizin, sondern auch durch Geborgenheit und ein Umfeld, das Vertrauen schenkt", sagte Astrid Lurati, die im Vorstand der Charité für Finanzen und Infrastruktur zuständig ist. "Diese Investitionen sind weit mehr als neu gestaltete Räume – sie schaffen nicht nur eine funktionale Organisationseinheit, sondern auch eine Willkommensatmosphäre für Kinder und ihre Familien in oft schwierigen Momenten."