Datum15.12.2025 07:29
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie deutsche Wirtschaft fordert, dass Hilfsgelder für die Ukraine künftig in Form von Aufträgen an heimische Firmen zurückfließen. Vertreter der Industrie kritisieren, dass oft billigere Auslandsfirmen wie aus China und Indien Ausschreibungen gewinnen. Anlässlich des Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforums betonen sie die Notwendigkeit transparenter Ausschreibungen und einer stärkeren Lieferbindung der Hilfen. Trotz der Herausforderungen haben die deutschen Exporte in die Ukraine bis Oktober 2025 um 14 Prozent zugenommen, auch bei zivilen Gütern.
InhaltIn deutschen Unternehmen wächst der Verdruss über das wachsende Ungleichgewicht von Geben und Nehmen in der Ukraine. Hilfsgelder sollten in Form von Aufträgen zurückfließen, lautet die Forderung. Geht es nach der deutschen Wirtschaft, sollen Ukrainehilfen künftig stärker an Aufträge für heimische Firmen geknüpft werden. "Deutschland und die EU geben sehr viel Geld für die Ukraine, und dann gewinnen am Ende oft chinesische, indische und türkische Firmen die Ausschreibung, weil die nur nach dem Preis geht", sagte der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, Michael Harms, im Gespräch mit "Politico". "Wir würden als deutsche Wirtschaft an unseren Hilfen für den Wiederaufbau gern stärker partizipieren." Andere Länder seien hier cleverer. Die stärkere Lieferbindung der Hilfen ist eine Forderung an die Politik anlässlich des 8. Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforums in Berlin an diesem Montag. Es gehe auch um transparentere Ausschreibungen in der Ukraine. "Da beschweren sich viele deutsche Firmen", berichtete Harms. Deutschland habe genug Einfluss, um in der Ukraine "entsprechend einzuwirken". Die Wirtschaftsbeziehungen zur Ukraine seien ein großer Erfolg. Die deutschen Exporte in die Ukraine seien bis Oktober 2025 "noch einmal um 14 Prozent gewachsen", sagte Harms. Dabei gehe es um mehr als Waffen. "Der Export wächst auch, wenn man ausschließlich zivile Güter betrachtet", betonte er.