Datum16.10.2025 16:02
Quellewww.spiegel.de
TLDRIm Büro des republikanischen Abgeordneten Dave Taylor wurde eine Flagge entdeckt, deren rote Streifen ein Hakenkreuz bilden. Taylor bezeichnete dies als Vandalismus und ein "abscheuliches Symbol", das nicht seine Werte widerspiegele. Der Vorfall ereignete sich während einer virtuellen Konferenz und löste im US-Kapitol Aufruhr aus. Zudem berichtete "Politico" über rassistische Chatverläufe junger Republikaner. Ein Shutdown des Regierungsapparats erschwert die Situation, da viele Behörden nur noch begrenzte Aufgaben erfüllen können.
InhaltAuf den ersten Blick wirkt die Flagge im Büro des Abgeordneten Dave Taylor wie das US-Sternenbanner "Stars and Stripes". Doch die roten Streifen bilden ein Hakenkreuz. Der Republikaner spricht von Vandalismus. Ein Medienbericht versetzt das Kapitol in Aufruhr: Das Magazin "Politico" hat ein Foto aus dem Inneren eines republikanischen Abgeordnetenbüros veröffentlicht. Darin ist eine US-Flagge zu sehen, bei der die roten Streifen ein Hakenkreuz bilden. Dem Bericht zufolge ist das Foto während einer virtuellen Konferenz aufgenommen worden, an der ein Mitarbeiter des Abgeordneten Dave Taylor teilnahm. In einer Stellungnahme bestätigte Taylor, dass es sich um sein Abgeordnetenbüro handelt. Er sprach von einem "abscheulichen und zutiefst unangemessenen Symbol", das weder seine Werte und Grundsätze widerspiegele noch die seines Büros und seiner Mitarbeiter. Taylor sitzt seit Januar 2025 für Ohio im Repräsentantenhaus. Auf seiner Webseite präsentiert sich der Republikaner unter anderem mit einem Sturmgewehr. Eigenen Angaben zufolge schaltete Taylor die Kapitolpolizei ein, er spricht von Vandalismus. Eine Stellungnahme der Behörde lag zunächst nicht vor. Auf eine Anfrage der "New York Times" verwies die Behörde lediglich darauf, dass die Pressestelle wegen des Shutdowns geschlossen sei. Weil sich Republikaner und Demokraten im Kongress nicht auf einen Übergangshaushalt einigten, liegen seit mehr als zwei Wochen Teile des Regierungsapparats in Washington lahm. Zahlreiche Bundesbehörden dürften nur noch dringende Aufgaben erledigen. Der aktuelle Fall folgt einem "Politico"-Bericht von Dienstag. Das Magazin berichtete über Chatverläufe von jungen Führungskräften der Republikaner; demnach tauschten die Politiker rassistische Beleidigungen aus, spielten auf den Holocaust an und drückten ihre Bewunderung für Adolf Hitler aus. US-Vizepräsident JD Vance spielte den Bericht herunter. Es handele sich um kindliche Dummheiten, sagte er in der "Charlie Kirk Show", die von Unterstützern des getöteten rechtsextremen Aktivisten fortgesetzt wird. Laut dem Magazin "Mother Jones" sind acht der elf Chatteilnehmer zwischen 24 und 35 Jahre alt.