Datum17.10.2025 12:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRIm Main-Tauber-Kreis erschoss die Polizei einen Mann, der einen Bagger gestohlen hatte und damit Schäden verursachte. Nach einer Verfolgungsjagd, bei der er drei Beamte verletzte, wurde das Ermittlungsverfahren gegen die Polizisten eingestellt. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Schüsse gerechtfertigt waren, um eine Gefährdung durch den Bagger zu verhindern. Der 38-Jährige hatte mit dem Bagger auf Baustellen und bei einem Autohaus gewütet, motiviert durch persönliche und berufliche Probleme, und wollte laut Ermittlern nicht überleben.
InhaltIm Main-Tauber-Kreis hatte ein Mann einen Bagger gestohlen und damit gewütet. Um ihn zu stoppen, erschoss die Polizei den Mann. Gegen die Beamten wird nun nicht länger ermittelt. Er stahl einen Bagger, verwüstete eine Baustelle und lieferte sich eine kilometerlange Verfolgungsjagd mit der Polizei – am Ende fielen Schüsse. Nach einer zerstörerischen Baggerfahrt im Nordosten Baden-Württembergs am letzten Silvestertag ist das Ermittlungsverfahren gegen fünf Polizisten wegen der tödlichen Schüsse auf den Fahrer eingestellt worden. Die Abläufe während der Verfolgungsfahrt und das Verhalten des später erschossenen Mannes hätten vollständig rekonstruiert werden können, teilte die Staatsanwaltschaft in Mosbach mit. Die Schussabgaben hätten dem baden-württembergischen Polizeigesetz entsprochen und seien damit gerechtfertigt gewesen. Mildere Mittel hätten den Polizeibeamten aber nicht zur Verfügung gestanden, hieß es weiter. Oberstes Ziel sei es gewesen, eine Weiterfahrt des als Waffe eingesetzten Baggers zu verhindern und den Fahrer festzunehmen. "Es habe jederzeit eine auch tödlich verlaufende Verletzung der handelnden Beamten sowie eine Weiterfahrt des Baggers in die Innenstadt von Tauberbischofsheim gedroht", erklärte die Staatsanwaltschaft. Der 38-Jährige hatte am Silvesternachmittag in der kleinen fränkischen Stadt Grünsfeld (Main-Tauber-Kreis) mit einem Bagger Fahrzeuge und Gebäude beschädigt und drei Polizisten bei einer fast einstündigen Verfolgungsjagd leicht verletzt. Er wütete mit dem Bagger auf dem Gelände einer Baufirma in Grünsfeld, bei der er gearbeitet hatte, und mehrere Kilometer entfernt bei einem Autohaus im nahe gelegenen Tauberbischofsheim, das dem Inhaber der Baufirma gehört. Den Ermittlern zufolge hatte der Mann persönliche wie berufliche Probleme und wollte die Fahrt nicht überleben.