Sprengstoffanschlag: Unbekannte verüben Anschlag auf Auto eines italienischen Journalisten

Datum17.10.2025 11:54

Quellewww.zeit.de

TLDRUnbekannte verübten einen Sprengstoffanschlag auf das Auto des italienischen Investigativjournalisten Sigfrido Ranucci vor seinem Wohnhaus. Der Wagen brannte vollständig aus, verletzt wurde niemand. Premierministerin Giorgia Meloni verurteilte den Anschlag als Einschüchterungsversuch der Presse und betonte die Unantastbarkeit der Informationsfreiheit. Es gibt Hinweise, dass die Mafia hinter dem Anschlag stecken könnte. Ranucci, der unter Polizeischutz steht, hatte zuvor Drohungen erhalten und fand letztlich Pistolenkugeln vor seinem Haus.

InhaltSigfrido Ranucci moderiert im italienischen Fernsehen ein Investigativmagazin. Vor seinem Wohnhaus wurde sein Auto durch eine Explosion zerstört. Verletzt wurde niemand. Auf das Auto eines bekannten italienischen TV-Journalisten ist ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Das teilte seine Redaktion mit. Der Wagen des Investigativ-Reporters Sigfrido Ranucci, der im öffentlich-rechtlichen Sender Rai das Magazin Report moderiert, brannte dabei völlig aus. Verletzt wurde niemand. Ein Selbstbezichtigungsschreiben oder ähnliche Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht. Als eine der möglichen Hypothesen gilt jedoch, dass die Mafia hinter dem Anschlag stecken könnte.  Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Tat und sprach von einem Versuch, die Presse einschüchtern zu wollen. "Die Freiheit und Unabhängigkeit der Information sind unverzichtbare Werte unserer Demokratien, die wir weiterhin verteidigen werden." Der Anschlag ereignete sich am Mittwochabend gegen 22.00 Uhr vor dem Haus des Journalisten. Dort hatte der 64-Jährige sein Auto zuvor abgestellt. Ranucci wohnt im römischen Vorort Campo Ascolano direkt an der Mittelmeerküste. Auch das Auto seiner Tochter, das daneben geparkt war, wurde zerstört. Anwohner berichteten von zwei aufeinanderfolgenden, enorm lauten Explosionen. Ranucci hielt sich währenddessen in seinem Haus auf. Er steht inzwischen unter Polizeischutz. Der Journalist selbst sagte: "Ich kann mir noch keinen Reim darauf machen, was passiert ist. Ich habe lediglich einige Dinge zusammengetragen, die in den letzten Monaten passiert sind." Im vergangenen Jahr habe er vor seinem Haus zwei Pistolenkugeln gefunden, die dort offensichtlich jemand als Drohung deponiert hatte.