Europa League: Maccabi Tel Aviv darf keine Fans zu Aston Villa mitbringen - Sorge vor Anti-Israel-Protesten

Datum17.10.2025 07:54

Quellewww.spiegel.de

TLDRAston Villa hat entschieden, keine Fans von Maccabi Tel Aviv zum Europa-League-Spiel am 6. November zulassen, aufgrund von Sicherheitsbedenken der Polizei in West Midlands. Diese befürchtet, Proteste gegen Israel könnten die Sicherheit der Fans gefährden. Premierminister Keir Starmer und Israels Außenminister Gideon Sa’ar kritisieren die Entscheidung. Die UEFA wurde informiert, und Aston Villa betont, dass die Sicherheit aller Beteiligten oberste Priorität hat. Hintergrund sind wiederholte propalästinensische Proteste bei Fußballereignissen.

InhaltDie lokale Polizei sieht sich nicht imstande, die Sicherheit der Fans von Tel Aviv zu gewährleisten. Die Folge: Sie dürfen nicht kommen. Premier Starmer und Israels Außenminister Sa’ar kritisieren das Vorgehen. Der englische Fußballklub Aston Villa hat verkündet, dass Fans des israelischen Klubs Maccabi Tel Aviv das kommende Europa-League-Spiel am 6. November nicht besuchen dürfen. Grund für den Ausschluss seien Sicherheitsbedenken, teilte Villa mit  . Die Entscheidung sei auf Grundlage einer Anweisung der Sicherheitsberatungsfirma SAG gefallen. Das Unternehmen stellt für alle Heimspiele des Premier-League-Klubs bei Birmingham Sicherheitszertifikate aus. Am Donnerstagnachmittag sei demnach der Europäische Fußballverband Uefa über die Entscheidung informiert worden, keine Auswärtsfans zuzulassen. Die Polizei in der Region West Midlands habe der SAG mitgeteilt, "dass sie Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit außerhalb des Stadions hat und nicht in der Lage ist, mit möglichen Protesten in dieser Nacht umzugehen", hieß es in dem Statement. Der Verband wünschte sich in einer Reaktion, dass den Fans "in einer sicheren und einladenden Umgebung" eine Anreise und die Unterstützung ihres Teams möglich gemacht werde und forderte die Klubs und die zuständigen Behörden auf, "sich auf die Umsetzung geeigneter Maßnahmen zu einigen, die dafür erforderlich sind." Großbritanniens Premierminister Keir Starmer kritisierte den Ausschluss. "Das ist die falsche Entscheidung", schrieb der 63 Jahre alte Politiker bei X. "Wir werden Antisemitismus auf unseren Straßen nicht tolerieren." Aufgabe der Polizei sei es, "dafür zu sorgen, dass alle Fußballfans das Spiel genießen können, ohne Angst vor Gewalt oder Einschüchterung haben zu müssen." Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Auch Israels Außenminister Gideon Sa’ar äußerte sich zu der Sache. Aston Villas Entscheidung bezeichnete er als "beschämend" und forderte die britischen Behörden auf, "diese feige Entscheidung rückgängig zu machen", schrieb er bei X . In der Stellungnahme von Aston Villa heißt es: "Der Verein steht während des gesamten Prozesses im ständigen Dialog mit Maccabi Tel Aviv und den lokalen Behörden. Die Sicherheit der Fans und der Anwohner steht bei allen Entscheidungen an erster Stelle." Im Fußball gab es zuletzt immer wieder propalästinensische Proteste bei Sportereignissen mit israelischer Beteiligung. Beim WM-Qualifikationsspiel der israelischen Nationalmannschaft gegen Norwegen kam es in Oslo zu Protesten vor dem Stadion, bei denen die Polizei Tränengas einsetzte. Hintergrund ist das israelische Vorgehen im Gazastreifen, das auch nach dem vereinbarten Waffenstillstand zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas kritisiert wird.