Datum17.10.2025 09:57
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland steigt, insbesondere bei Einfamilienhäusern, was Hoffnung im Kampf gegen Wohnungsmangel und hohe Mieten gibt. Im August wurden 19.300 Wohnungen genehmigt, ein Anstieg von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bislang wurden in 2023 insgesamt 151.200 Wohnungen genehmigt. Trotz der positiven Entwicklung steckt der Wohnungsbau weiterhin in der Krise, unterstützt durch staatliche Milliardenausgaben und den Plan der Regierung, schneller Genehmigungen zu erteilen, um den Wohnungsbau anzukurbeln.
InhaltNach langer Flaute werden wieder deutlich mehr Wohnungen in Deutschland genehmigt. Vor allem bei Einfamilienhäusern geht es bergauf. Bis die Krise am Bau überwunden ist, dürfte es aber noch dauern. Lichtblick im Kampf gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten: Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist erneut gestiegen. Im August wurde der Bau von 19.300 Wohnungen bewilligt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 5,7 Prozent oder 1000 Genehmigungen mehr als ein Jahr zuvor. Besonders stark wuchs die Zahl der Baugenehmigungen bei Einfamilienhäusern. Sie legten um mehr als 15 Prozent auf 29.300 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Behörden 79.100 Neubauwohnungen, ein Plus von fast fünf Prozent zum Vorjahreszeitraum. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung, sieht in den Zahlen einen Grund zur Hoffnung. "Der Tiefpunkt der Wohnungsbaukrise liegt nun eindeutig hinter uns, und die Bauwirtschaft könnte im kommenden Jahr eine wichtige Konjunkturstütze werden." In den Zahlen des Statistischen Bundesamts sind sowohl die Baugenehmigungen für Wohnungen in neuen Gebäuden als auch Umbauten enthalten. Die Bewilligungen sind mit Blick auf den Wohnungsmangel in Städten ein wichtiger Indikator: Was nicht genehmigt wird, wird später nicht gebaut. Schon im Juli war die Zahl der Baugenehmigungen stark gestiegen. Von Januar bis August wurden nun insgesamt 151.200 Wohnungen genehmigt – 6,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Wohnungsbau steckt nach einem Zinsanstieg und angesichts hoher Baukosten in der Krise. Im vergangenen Jahr wurden 251.900 Wohnungen in Deutschland fertiggestellt, so wenig wie seit 2015 nicht mehr. Mit den geplanten staatlichen Milliardenausgaben für Infrastruktur schöpft die Baubranche Hoffnung. Vor allem in Ballungsräumen ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Die Ampelregierung hatte ihr Ziel von jährlich 400.000 neuen Wohnungen nie auch nur annähernd erreicht. Die amtierende Bundesregierung will mit einem "Bauturbo" über schnellere Genehmigungen den schleppenden Wohnungsbau voranbringen.