Nach Trump-Anruf: Thailand: Keine Waffenruhe mit Kambodscha

Datum13.12.2025 02:52

Quellewww.zeit.de

TLDRThailand hat trotz eines Anrufs von US-Präsident Trump keine Waffenruhe mit Kambodscha vereinbart. Premier Anutin Charnvirakul erklärte, dass Kambodscha zuerst das Feuer einstellen müsse. Beide Länder werfen sich gegenseitig vor, die Eskalation verursacht zu haben. Trump bot seine Mediation an, jedoch blieb unklar, ob die Kampfhandlungen tatsächlich eingestellt wurden. Der Konflikt, der seit Jahren wegen territorialer Ansprüche besteht, hat bereits über 500.000 Menschen in die Flucht getrieben und mehr als 20 Todesopfer gefordert.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nach Trump-Anruf“. Lesen Sie jetzt „Thailand: Keine Waffenruhe mit Kambodscha“. Im Grenzkonflikt mit Kambodscha gibt es Thailands Ministerpräsident Anutin Charnvirakul zufolge auch weiterhin keine Waffenruhe. Nach einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump erklärte der Regierungschef vor Journalisten in Bangkok, Kambodscha müsse zuerst das Feuer einstellen. Die Partei, die das Waffenruheabkommen verletzt habe, sei diejenige, die ihr Verhalten korrigieren müsse – "nicht die Partei, die angegriffen wurde", sagte er örtlichen Medien zufolge weiter. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, die jüngste Eskalation begonnen zu haben.  Trump will in dem Konflikt vermitteln. Er sprach am Freitag mit beiden Parteien. Wenig später schrieb er auf seiner Plattform Truth Social, Kambodschas Ministerpräsident Hun Manet und Thailands Regierungschef hätten sich darauf gereinigt, alle Kampfhandlungen "ab heute Abend einzustellen". Unklar blieb aber, auf welche Zeitzone er sich bezog, denn in der Region war es zum Zeitpunkt des Posts bereits Nacht. Auch Kambodscha bestätigte zunächst keine Einstellung der Kampfhandlungen.  Hintergrund der jüngsten Kämpfe zwischen Thailand und Kambodscha, die eine etwa 800 Kilometer lange gemeinsamen Grenze haben, ist ein jahrzehntelanger Streit um Gebietsansprüche. Die Gefechte haben bereits über 500.000 Bewohner der Region in die Flucht getrieben und mehr als 20 Menschen das Leben gekostet, darunter mehrere Zivilisten.  Bereits im Juli hatten beide Länder nach schweren Kämpfen eine Waffenruhe vereinbart. Ende Oktober unterzeichneten sie in Anwesenheit Trumps in Malaysia eine gemeinsame Erklärung, die Schritte zu einem dauerhaften Frieden vorsah. Doch im November wurde die vereinbarte Feuerpause nach einem neuerlichen Vorfall an der Grenze erst einmal ausgesetzt. Seit dem vergangenen Sonntag kommt es erneut zu Angriffen. © dpa-infocom, dpa:251213-930-417774/1