Datum17.10.2025 08:42
Quellewww.spiegel.de
TLDROliver Blume gibt seinen Chefposten bei Porsche auf, um sich vollständig auf Volkswagen zu konzentrieren. Der Aufsichtsrat hat einen Nachfolger bestimmt, dessen Name geheim bleibt. Blume hatte seine Doppelrolle lange verteidigt, doch die Kritik von Aktionären wegen möglicher Interessenkonflikte und Arbeitsbelastung wuchs. Seit Monaten wurde über seinen Abgang spekuliert, besonders nach mehreren Wechseln im Porsche-Management. Blume, seit 2015 bei Porsche, trat 2022 die Führung von Volkswagen an und erhielt Unterstützung von den Mehrheitseignern.
InhaltAktionäre hatten seine Doppelrolle als Vorstandschef von Porsche und Volkswagen bereits seit Langem kritisiert. Jetzt hat sich auch der Aufsichtsrat dem Urteil angeschlossen: Oliver Blume verliert seinen Chefposten bei Porsche. Volkswagen- und Porsche-Chef Oliver Blume wird sich nach SPIEGEL-Informationen ab dem kommenden Jahr vollständig auf den VW-Konzern konzentrieren. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Insider berichtet, dass der Manager den Vorsitzposten beim Sportwagenhersteller Porsche ab 2026 abgeben wird. Der Aufsichtsrat habe sich auf einen Nachfolger geeinigt. Die Zeitung berichtete, der Name des Nachfolgers werde noch geheim gehalten. "Nur so viel sickerte aus Aufsichtsratskreisen durch: Es handelt sich um einen Mann. Er ist technisch versiert und kein Unbekannter in der Volkswagen-Welt." Der Aufsichtsrat von Porsche solle zeitnah über die Personalien abstimmen. Blume hatte seine Doppelfunktion an der Spitze beider Autokonzerne noch vor wenigen Tagen gegen Kritik verteidigt – zugleich allerdings betont, dass sie nur als Übergangslösung gedacht ist. Die Konstellation sei bewusst gewählt worden und bringe enorme Vorteile bei der Restrukturierung des Konzerns. Es mache Sinn, "in einem Unternehmen die Verantwortung zu tragen für die Technik, für die Prozesse, dort tief in das operative Geschäft involviert zu sein. Und zusätzlich übergeordnet im Volkswagen-Konzern richtige, strategische Entscheidungen zu treffen", sagte der Top-Manager. Seit Monaten war über einen Abgang Blumes bei Porsche spekuliert worden. Auch, weil es zuletzt gleich mehrere Wechsel im Management des Sport- und Geländewagenbauers gab. "Wir haben den Generationswechsel bei Porsche bereits ganz bewusst begonnen. Er war langfristig vorbereitet", sagte Blume. Das Vorstandsteam sei stark und in der Porsche-Kultur verwurzelt. Aktionärsvertreter hatten Blumes Doppelrolle bereits seit Langem sehr kritisch betrachtet. Nicht nur wegen der Arbeitsbelastung, sondern auch wegen möglicher Interessenkonflikte. Sie fordern den Manager immer wieder dazu auf, sich für die Führung eines Konzerns zu entscheiden. So kritisierte zum Beispiel Hendrik Schmidt vom Fondsanbieter DWS, dass Porsche und Volkswagen die einzigen Börsenunternehmen in Deutschland seien, die sich einen "Teilzeitvorstandsvorsitzenden" leisteten. Im Herbst 2015 wurde Blume Vorstandsvorsitzender von Porsche. Am 1. September 2022 löste er – kurz vor dem Porsche-Börsengang – Herbert Diess als Chef der Konzernmutter Volkswagen ab. Unterstützung für die Konstellation kam von den Milliardärsfamilien Porsche und Piëch, die im VW-Konzern die Mehrheit der Stimmrechte kontrollieren.