Datum11.12.2025 23:45
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie USA haben einen Tanker vor der Küste Venezuelas beschlagnahmt, was den Konflikt zwischen beiden Ländern weiter anheizt. Das Weiße Haus plant, das Schiff in einen US-Hafen zu bringen und verstärkt die Sanktionen gegen Venezuela. Kritiker, darunter einige Republikaner, warnen vor einer Eskalation, die zu einem Krieg führen könnte. Venezuela bezeichnet die Beschlagnahmung als "Akt internationaler Piraterie". Die US-Regierung verfolgt das Ziel, angeblichen Drogen- und Ölhandel zu bekämpfen, bleibt jedoch in ihrer Rechtmäßigkeit umstritten.
InhaltMit der Beschlagnahmung eines Tankers und neuen Sanktionen spitzt sich der Konflikt zwischen den USA und Venezuela zu. Selbst Republikaner warnen den US-Präsidenten inzwischen vor einer weiteren Eskalation. Die Einnahme eines Öltankers durch die USA vor der Küste Venezuelas hat den Konflikt zwischen beiden Ländern weiter angeheizt. Das Weiße Haus kündigte nun an, das Schiff werde in einen US-Hafen gebracht, das Öl beschlagnahmt. Venezuela reagiert empört. Die US-Regierung verschärft unterdessen ihre Sanktionen gegen das Land. Auch innerhalb der eigenen Partei regt sich Widerstand gegen das Vorgehen des US-Präsidenten. Nach Angaben des Weißen Hauses transportierte der Tanker illegal sanktioniertes Rohöl aus Venezuela und Iran. Die USA werfen der sogenannten Schattenflotte vor, Sanktionen zu umgehen und Öl auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Unklar bleibt, warum Venezuela Öl an Iran liefern soll. Das südamerikanische Land produziert selbst Öl und verfügt über erhebliche eigene Ölreserven. Venezuela reagierte empört auf die Vorwürfe der USA und bezeichnete die Beschlagnahmung als "Akt internationaler Piraterie". Das Vorgehen des US-Präsidenten stößt auch im eigenen Land auf Kritik. Der demokratische Senator von Maryland, Chris Van Hollen, warf der Regierung laut dem "Guardian" vor, die Operation diene weniger der Bekämpfung von Drogen, sondern vielmehr dem gewaltsamen Sturz des venezolanischen Regimes. Sein Parteikollege Chris Coons äußerte die Sorge, die USA könnten ungewollt in einen Krieg mit Venezuela hineingezogen werden. Der republikanische Senator von Kentucky, Rand Paul, bezeichnete die Beschlagnahmung des Öltankers bei "NewsNation" als "Kriegserklärung" und fragte, ob es wirklich "die Aufgabe der US-Regierung ist, überall auf der Welt nach Gegnern zu suchen, Monster zu jagen und Kriege zu beginnen." Gleichzeitig verschärften die USA ihre Sanktionen gegen das südamerikanische Land. Die neuen Strafmaßnahmen richten sich gegen sechs Schiffsgesellschaften, die venezolanisches Öl transportieren, sowie gegen sechs Öltanker. Außerdem frierten die USA das Vermögen von drei Neffen von Präsident Nicolás Maduro ein und nahmen einen Geschäftsmann aus Panama mit Verbindungen zu Maduro auf die Sanktionsliste. Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela haben sich zuletzt deutlich verschärft. Seit September greift die US-Armee immer wieder die Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden bislang mindestens 87 Menschen getötet. Beweise für eine Verbindung der versenkten Boote zum Drogenschmuggel legten die USA nicht vor. Experten äußern Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Angriffe. Auch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gerät aufgrund von Berichten über mögliche Kriegsverbrechen stark unter Druck. Mehr über die Vorwürfe lesen Sie hier.