Datum11.12.2025 19:06
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Schweizer ESC-Star Nemo gibt seinen Pokal für den Sieg 2024 zurück, weil Israel am nächsten Eurovision Song Contest teilnehmen wird. Er kritisiert, dass der Wettbewerb genutzt wird, um das Image eines Staates zu verbessern, dem Völkermord vorgeworfen wird. Trotz der Werte von Einheit und Inklusion, die der ESC propagiert, fühlen sich mehrere Sender aus verschiedenen Ländern zu einem Boykott entschlossen. Nemo betont, dass die besten Lieder bedeutungslos werden, wenn die Werte auf und neben der Bühne nicht übereinstimmen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Eurovision“. Lesen Sie jetzt „Nemo gibt ESC-Pokal wegen Teilnahme Israels zurück“. Wegen der voraussichtlichen Teilnahme Israels am nächsten Eurovision Song Contest gibt der Schweizer ESC-Star Nemo den Pokal für seinen Sieg im Jahr 2024 zurück. "Es geht um die Tatsache, dass der Wettbewerb wiederholt dazu benutzt wurde, um das Image eines Staates aufzubessern, dem schweres Fehlverhalten vorgeworfen wird", sagte Nemo auf Instagram. Das 26-jährige Musiktalent verwies darauf, dass eine Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates zu dem Schluss gekommen ist, dass Israels Behörden und Sicherheitskräfte im Gazastreifen Völkermord begangen hätten. Laut den Organisatoren des ESC stehe das Event für Einheit, Inklusion und Würde, doch die Teilnahme Israels zeige einen Konflikt zwischen diesen Werten und den Entscheidungen der Europäischen Rundfunkunion (EBU), so Nemo.Israels Außenministerium hat den Vorwurf des UN-Gremiums kategorisch zurückgewiesen und der palästinensischen Terrororganisation Hamas Völkermord-Absichten gegen Israel vorgeworfen. Die Mitgliedssender der EBU hatten vergangene Woche in einer Sitzung in Genf den Weg für die Teilnahme Israels freigemacht. Als Reaktion darauf wollen Sender aus Spanien, den Niederlanden, Irland, Slowenien und Island den ESC 2026 in Wien boykottieren. Nemo kündigte an, den Pokal zur EBU in Genf zurückzuschicken. "Wenn die Werte, die wir auf der Bühne feiern, nicht abseits der Bühne gelebt werden, werden selbst die schönsten Lieder bedeutungslos", sagte Nemo. © dpa-infocom, dpa:251211-930-412425/1