Datum11.12.2025 14:09
Quellewww.zeit.de
TLDRGascade hat einen 400 Kilometer langen Pipeline-Abschnitt in Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit Wasserstoff befüllt, was als bedeutender Fortschritt im deutschen Wasserstoff-Netz gilt. Diese Umstellung, die Erdgas verdrängt, wird an der Farbe der Gasfackel sichtbar. Die Maßnahme betrifft ehemalige Erdgas-Pipelines, die tools zur Wasserstoffverteilung umgerüstet werden. Bis 2029 sollen Industriezentren in Süddeutschland an ein Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen werden, um die Nutzung von CO2-neutralem Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen voranzutreiben.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Energieträger“. Lesen Sie jetzt „Wasserstoff statt Erdgas - 400 Kilometer Pipeline befüllt“. Der Gasnetzbetreiber Gascade hat einen von der Ostsee durch Brandenburg bis nach Sachsen-Anhalt verlaufenden, rund 400 Kilometer langen Leitungsabschnitt mit Wasserstoff befüllt. Von einem "entscheidenden Meilenstein beim Aufbau des deutschen Wasserstoff-Netzes" spricht das Unternehmen. Sichtbar wurde die Befüllung nach Aussage einer Gascade-Sprecherin anhand der Farbe einer Gasfackel am vorpommerschen Gasleitungsknotenpunkt in Lubmin. Demnach wurde mit Wasserstoff Erdgas aus der Leitung verdrängt. Da Wasserstoff transparent verbrenne, habe sich ab einem bestimmten Wasserstoffanteil die Farbe der Flamme entsprechend verändert. Zudem sei der Anteil gemessen worden. Bei dem nun befüllten Leitungsabschnitt handelt es sich um einen Abschnitt der ehemaligen Erdgas-Pipeline Opal, die zur Weiterverteilung des Erdgases genutzt wurde, das ehemals über die Ostseepipeline Nord Stream 1 aus Russland kam. Außerdem wurde laut der Unternehmenssprecherin ein kleiner Teil der Jagal-Pipeline umgenutzt. "Die Umstellung bestehender Erdgasleitungen mit einem Durchmesser von 1,4 Metern auf Wasserstoff ist eine technische Pionierleistung", sagte Gascade-Geschäftsführer Ulrich Benterbusch. Laut Gascade sollen bis 2029 Industriezentren in Süddeutschland an ein Wasserstoff-Kernnetz angebunden werden. Am Greifswalder Bodden gelegen, landen in Lubmin auch Kabel von Offshore-Windparks an. Mehre Unternehmen planen hier Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff. CO2-neutral hergestellter Wasserstoff etwa auf Basis von Strom aus Windkraft gilt als wichtiger Energiespeicher für eine klimaneutrale Zukunft. Bei seiner Verbrennung mit Sauerstoff entsteht schlicht Wasser und kein klimaschädliches Treibhausgas. Die Produktion ist allerdings energieintensiv. © dpa-infocom, dpa:251211-930-410593/1