Rund zwei Millionen Euro Sanierung: »Hamburgs teuerstes Klo« wird zugeschüttet

Datum17.10.2025 07:08

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie teure unterirdische Toilette an der Mönckebergstraße in Hamburg wird nach nur drei Monaten Betrieb zugeschüttet, nachdem sie bereits für zwei Millionen Euro saniert wurde. Umweltschutzbehörde und Stadtreinigung begründen die Entscheidung mit komplizierten Baulogistik-Anforderungen und widrigen Bedingungen. Der Steuerzahlerbund kritisiert die verschwendeten Steuergelder und fordert Aufklärung. Die Anlage war seit ihrer Inbetriebnahme wegen eines Wasserschadens gesperrt und nun soll eine oberirdische "Toilette für alle" geplant werden.

InhaltDie zwei Millionen Euro teure Untergrund-Toilette an der Mönckebergstraße in der Hamburger Innenstadt wird außer Betrieb genommen – nach nur drei Monaten. Der Steuerzahlerbund fordert Aufklärung. Die teure unterirdische Toilette an der Hamburger Einkaufsmeile Mönckebergstraße sorgte für viel Unruhe, nun ist eine Entscheidung gefallen: Sie wird zugeschüttet. "Die Bauarbeiten an der unterirdischen Toilettenanlage am Gerhart-Hauptmann-Platz werden nicht fortgeführt", teilten Umweltbehörde und Stadtreinigung mit. "Wesentliche Gründe sind erhebliche Anforderungen an die Baulogistik sowie widrige Umstände im gesamten Baufeld." Daher soll, den Angaben zufolge, der bereits entkernte unterirdische Bereich kurzfristig verfüllt und – etwa für den Weihnachtsmarkt – wieder zur Verfügung stehen. Langfristig solle eine oberirdische "Toilette für alle" realisiert werden. "Hamburgs teuerstes Klo wird zugeschüttet!", kritisierte der Steuerzahlerbund in der Hansestadt. "Dieser Senat schafft es nicht einmal, eine öffentliche Toilette funktionsfähig zu halten." Es müsse aufgeklärt werden, wie dieses Projekt derart habe gegen die Wand gefahren werden können. Die Toilette vom Gerhart-Hauptmann-Platz hatte es bereits 2024 ins Schwarzbuch geschafft. Darin dokumentiert der Bund der Steuerzahler jedes Jahr aus seiner Sicht bundesweit Fälle von Steuergeldverschwendung. Der Steuerzahlerbund monierte damals, Hamburg habe die unterirdische öffentliche Toilette ein gutes Jahr lang für rund zwei Millionen Euro sanieren lassen. Doch nach nur rund drei Monaten Betrieb habe die Toilette Anfang 2024 wegen eines Wasserschadens gesperrt werden müssen. "Es wurde im Nachhinein festgestellt, dass die Bauausführung von der beauftragten Firma nicht fachgerecht durchgeführt wurde, so dass die Stadtreinigung Hamburg jetzt Regressansprüche prüft", teilten Stadtreinigung und Umweltbehörde nun mit.