Medizintechnik: Marktzugang China: Zeiss Meditec erwägt Produktverlagerung

Datum11.12.2025 11:42

Quellewww.zeit.de

TLDRCarl Zeiss Meditec steht vor Herausforderungen auf den Auslandsmärkten, insbesondere in China, wo staatliche Vorgaben den Marktzugang erschweren. Finanzvorstand Wehmer prüft eine Produktverlagerung nach China, um den Zugang zu sichern. Trotz zweistelliger Zuwachsraten bleibt die Prognose für das laufende Geschäftsjahr vorsichtig mit einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Unternehmen, das 2024/25 2,23 Milliarden Euro Umsatz erzielte, hat einen Führungswechsel nach einem internen Regelverstoß des bisherigen Vorstandschefs Foerst.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Medizintechnik“. Lesen Sie jetzt „Marktzugang China: Zeiss Meditec erwägt Produktverlagerung“. Der Thüringer Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec stellt sich im neuen Geschäftsjahr auf schwierige Bedingungen auf wichtigen Auslandsmärkten wie China und die USA ein. In China werde die Zulassung neuer Produkte durch staatliche Vorgaben immer schwieriger, sagte Finanzvorstand Justus Felix Wehmer  bei der Vorlage der Geschäftsbilanz für 2024/25 in Jena. Um den Zugang auf den weltweit größten Markt für Augenheilkundeprodukte zu sichern, werde derzeit die Verlagerung bestimmter Produkte in chinesische Fertigungsstätten von Carl Zeiss Meditec geprüft.  Es sei jedoch zu früh zu sagen, ob und welche Auswirkungen das auf andere Standorte des Konzerns habe, sagte Wehmer der Deutschen Presse-Agentur. "Die internationalen Spielregeln ändern sich massiv. Das erzwingt von uns zu handeln." Das gelte auch für den US-Markt mit immer neuen Entwicklungen in der Zollpolitik.  Die Carl Zeiss Meditec AG, die sich nach wenigen Monaten im Amt von Vorstandschef Maximilian Foerst überraschend zum Jahresende trennt, gehört zu den umsatzstärksten Industrieunternehmen in Ostdeutschland. Beschäftigt werden im In- und Ausland rund 5.800 Mitarbeiter, die Laser, OP-Mikroskope, Geräte sowie künstliche Linsen zur Behandlung von Augenerkrankungen herstellen. Zeiss Meditec ist im MDax der Frankfurter Börse notiert.  Trotz zweistelliger Zuwachsraten beim Auftragseingang sowie soliden Ergebnissen 2024/25 gab der Vorstand eine verhaltene Prognose für das im Oktober begonnene neue Geschäftsjahr ab. Erwartet werde ein Umsatzanstieg "im mittleren einstelligen Prozentbereich" und damit etwa 2,3 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll steigen, bei einer Marge von bis zu 11,5 Prozent. Wehmer begründete das vor allem mit den internationalen Marktrisiken. "Wir sind bewusst lieber vorsichtig." Insgesamt werde angesichts einer alternden Bevölkerung in vielen Ländern mit einem großen Bedarf an Geräten und Hilfsmitteln für Augenbehandlungen gerechnet.  Dem bisherigen Vorstandschef Foerst wird ein Regelverstoß gegen den internen Verhaltenskodex des Unternehmens vorgeworfen. Er soll Jahre zurückliegen und sich während seiner Arbeit für die Zeiss-Gruppe in China ereignet haben. "Ein finanzieller Schaden für das Unternehmen ist nicht entstanden", sagte Wehmer. Ab 1. Januar übernimmt der Vorstandschef des Mutterkonzerns Carl Zeiss AG (Oberkochen), Andreas Pecher, übergangsweise die Führung auch des Jenaer Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete Carl Zeiss Meditec ein Umsatzplus von 7,8 Prozent auf rund 2,23 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr von 178,7 Millionen auf 141,2 Millionen Euro - laut Wehmer vor allem durch Währungsverluste. Die Dividende der Aktionäre soll sich leicht von 0,60 auf 0,55 Euro pro Aktie verringern. Der Auftragseingang entwickelte sich mit einem Plus von 18,2 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gut. Der Auftragsbestand belaufe sich auf 380 Millionen Euro  - ein Plus von 16,1 Prozent. © dpa-infocom, dpa:251211-930-409543/1