Datum10.12.2025 17:57
Quellewww.zeit.de
TLDRBrandenburg fördert die Chip-Forschung am Leibniz-Institut für Innovative Mikroelektronik (IHP) in Frankfurt (Oder) mit etwa 33 Millionen Euro bis 2029, um die digitale Souveränität Europas zu stärken. Laut Wissenschaftsministerin Manja Schüle soll das europäische Chip-Gesetz die Mikrochipindustrie innerhalb der EU ausbauen und die Abhängigkeit von Drittstaaten reduzieren. Das IHP gilt als führend in der Hochfrequenztechnologie und spielt eine zentrale Rolle für die strategische Souveränität Europas in einer dynamischen geopolitischen Lage.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wissenschaft“. Lesen Sie jetzt „Brandenburg fördert Chip-Forschung für digitale Souveränität“. Das Leibniz-Institut für Innovative Mikroelektronik IHP in Frankfurt (Oder) wird Teil der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland. Das teilte Wissenschaftsministerin Manja Schüle im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur im Landtag Brandenburg mit. Die sogenannte Fabrik ist eine Forschungskooperation mehrerer Institute. Demnach erhält das IHP dafür bis 2029 rund 33 Millionen Euro, wovon 4,11 Millionen vom Land gestellt werden. "In Brandenburg wird ab sofort die digitale Souveränität Europas verteidigt", sagte Schüle dazu. Grundlage ist das europäische Chip-Gesetz. 2023 hatten sich die EU-Staaten und das Europaparlament darauf geeinigt, mit Milliardeninvestitionen den Ausbau der Mikrochipindustrie in der EU voranzutreiben. Das soll "Europas Halbleiter-Ökosystem stärken, die Lieferketten resilienter machen und die Abhängigkeit von Drittstaaten verringern". Das Ziel des Gesetzes sei es, Europas Weltmarktanteil bis 2030 stark zu steigern. "Denn die winzigen Chips sind das "Gehirn" fast aller Geräte, die wir heute täglich nutzen – vom Smartphone bis zum Auto", sagte Schüle. "Das IHP in Frankfurt (Oder) ist ein weltweit führendes Institut im Bereich der siliziumbasierten Hochfrequenztechnologie und -systeme", sagte der wissenschaftlich-technische Geschäftsführer des IHP, Gerhard Kahmen. "Die Verfügbarkeit und Beherrschung modernster Mikroelektronik ist heute ein zentraler Schlüssel, damit wir in einer zunehmend komplexen und sich mit hoher Dynamik ändernden geopolitischen Lage strategisch souverän und selbstbestimmt gemäß unserer europäischen Werte agieren können." Mit einem Weltmarktanteil von unter zehn Prozent in der Chipfertigung spiele Europa derzeit eine untergeordnete Rolle. Das Institut entstand 1983 als Institut für Halbleiterphysik der Akademie der Wissenschaften der DDR. Heute beschäftigt es mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Bund und die Länder, darunter auch Brandenburg, unterstützen die Arbeit des IHP den Angaben nach mit jährlich rund 35 Millionen Euro. © dpa-infocom, dpa:251210-930-406899/1