Migration: Hohe Kosten für Unterbringung von Flüchtlingen

Datum10.12.2025 12:42

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin sind von 312 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 883 Millionen Euro im Jahr 2024 gestiegen. Besonders teure Großunterkünfte wie Tegel verursachten 2024 allein etwa 260 Millionen Euro. Trotz der hohen Ausgaben, die bis 2025 auf 2,24 Milliarden Euro ansteigen könnten, plant die schwarz-rote Koalition, diese durch den Landeshaushalt zu decken. Die Zahl der Ankünfte von Flüchtlingen ist 2024 erstmals gesunken.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Migration“. Lesen Sie jetzt „Hohe Kosten für Unterbringung von Flüchtlingen“. Die Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen sind in den vergangenen Jahren in Berlin stark angestiegen. 2020 zahlte das Land 312 Millionen Euro für die Bereitstellung der Unterkünfte. 2024 waren es 883 Millionen Euro, also fast dreimal so viel. Das geht aus internen Berechnungen des Senats hervor, über die zuerst der "Tagesspiegel" berichtete. Sie wurden der Deutschen Presse-Agentur aus Senatskreisen bestätigt. Besonders kostenintensiv sind demnach Großunterkünfte wie Tegel oder Tempelhof. Allein auf Tegel entfielen 2024 etwa 260 Millionen Euro.  Die Zahlen illustrieren eine Entwicklung, die schon länger bekannt ist. So haben sich die jährlichen Gesamtausgaben für Unterbringung, Versorgung und Integration von Geflüchteten in Berlin zwischen 2022 und 2025 auf 2,24 Milliarden Euro fast verdoppelt. In der Koalition gab es deshalb Überlegungen, eine Notlage auszurufen, um sogenannte Notlagenkredite zur Finanzierung aufnehmen zu können.  Das ist aber mittlerweile vom Tisch. Nach Einschätzung der schwarz-roten Koalition können die Kosten auch so aus dem Landeshaushalt gestemmt werden. Für mögliche zusätzliche Finanzbedarfe sind im Doppelhaushalt 2026/2027 bis zu 870 Millionen Euro pro Jahr als eine Art Reserve eingeplant.  Nach jahrelangem Anstieg war die Zahl der in Berlin angekommenen Geflüchteten 2024 erstmals wieder gesunken. Im Vorjahr waren gut 21.000 Geflüchtete aufgenommen worden, rund ein Drittel weniger als 2023. 2025 setzte sich der rückläufige Trend fort. Die Behörden zählten bis einschließlich Oktober gut 11.700 geflüchtete Menschen.  In den Unterkünften des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) wohnten mit Stand Mitte November 36.851 Menschen. Sie leben in größeren und kleineren Notunterkünften teils in Containern, in Wohnheimen, in angemieteten Hotels, Hostels oder früheren Bürogebäuden. Vor kurzem hatte sich die Koalition darauf verständigt, vorerst keine weiteren zusätzlichen Standorte zur Unterbringung aufzubauen. © dpa-infocom, dpa:251210-930-404472/1