Italien: Ski-Ort lässt Schnee mit dem Hubschrauber kommen

Datum10.12.2025 08:56

Quellewww.spiegel.de

TLDRAm Monte Bondone in Italien wird Schnee per Hubschrauber auf die Pisten geflogen, da hohe Temperaturen und starker Wind das Beschneien mit Schneekanonen unmöglich machen. Diese drastische Maßnahme des Pistenbetreibers "Trento Funivie" sorgt für Empörung bei Umweltschützern, die ein verantwortungsvolles Handeln fordern. Der Helikopter-Einsatz kostete 6000 Euro und sollte wirtschaftliche Verluste von bis zu 500.000 Euro verhindern. Zudem gilt seit November in italienischen Skigebieten eine neue Helmpflicht für alle Wintersportler.

InhaltDrastische Maßnahme am Monte Bondone: Am Hausberg der norditalienischen Stadt Trient hat ein Hubschrauber Schnee auf die Pisten geschüttet. Umweltschützer sind empört. Mit seinen 2180 Meter Höhe gehört der Monte Bondone zu den sogenannten Kalkalpen in der Region Trentino oberhalb des Gardasees. Im Winter wird die Gegend sowohl für Abfahrten als auch für Langlauf genutzt. Doch in diesem Jahr startet die Wintersportsaison mit Problemen: Es fehlt an Neuschnee. Hohe Temperaturen und vor allem starker Wind machen ein Beschneien mit herkömmlichen Schneekanonen offenbar unmöglich. Deshalb ist der örtliche Pistenbetreiber "Trento Funivie" dazu übergegangen, Schnee mit einem Hubschrauber einzufliegen. Auf einem Video des Corriere del Trentino  ist zu sehen, wie größere Mengen aus höheren Lagen mit einem Netz transportiert und dann abgeladen werden. Insgesamt soll der Einsatz etwa vier Stunden gedauert haben, rund 40 Mal musste der Helikopter aufsteigen. Rund ein Dutzend Umweltschutzorganisationen äußerten sich empört über das künstliche Beschneien per Hubschrauber. Die Verbände forderten die Gemeinde Trient auf, Stellung zu beziehen: Der ökologische Wandel müsse sich "in verantwortungsvollen Entscheidungen niederschlagen, insbesondere wenn es um kollektive und fragile Güter wie die Berge geht". Trento Funivie sprach von einer "vorübergehenden Lösung". Geschäftsführer Fulvio Rigotti sagte dem Nachrichtenportal Il Dolomiti: "Die wirtschaftlichen Schäden für die Region wären sonst viel größer und längerfristig gewesen." Die Kosten für den Hubschrauber bezifferte er auf 6000 Euro – ohne dessen Einsatz wären etwa 500.000 Euro Einnahmen weggefallen. In den italienischen Alpen wurde die Skisaison bereits im vergangenen Monat eröffnet. Seit dem 1. November gilt in allen italienischen Skigebieten Helmpflicht, auch für Snowboard- und Schlittenfahrer. Bislang mussten nur Wintersportler unter 18 Jahren einen Helm tragen. Wer ohne Kopfschutz erwischt wird, muss mit hohen Bußgeldern zwischen 100 und 150 Euro rechnen. Zudem kann der Skipass entzogen werden.