Berufsausbildung: DGB zur Ausbildung: Firmen dürfen nicht zu wählerisch sein

Datum10.12.2025 10:19

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert die Ausbildungsmarkt-Situation in Sachsen, wo viele Jugendliche zahlreiche Bewerbungen schreiben, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten. DGB-Jugendsekretär Vincent Seeberger fordert von Unternehmen, weniger wählerisch zu sein und auf die Bedürfnisse der Auszubildenden einzugehen, wie bessere Arbeitsbedingungen und faire Vergütung. Laut DGB-Analyse sind attraktive Faktoren für Ausbildungsplätze die Erreichbarkeit und das Arbeitsklima. Ohne Verbesserungen drohe ein verschärfter Fachkräftemangel, da junge Menschen alternative Wege suchen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Berufsausbildung“. Lesen Sie jetzt „DGB zur Ausbildung: Firmen dürfen nicht zu wählerisch sein“. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) beklagt ein Missverhältnis auf dem Ausbildungsmarkt. "Die Mehrheit der Auszubildenden hat zwei bis zehn Bewerbungen geschrieben, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Ich kann den Ausbildungsunternehmen nur raten, nicht zu wählerisch zu sein und allen interessierten jungen Menschen eine Chance zu geben", erklärte Vincent Seeberger, Sekretär der DGB-Jugend. Die DGB-Jugend bezog sich auf ihren sogenannten Ausbildungsreport, für den 715 junge Leute in Berufsschulen befragt wurden. Seeberger zeigte sich verwundert, dass die sächsische Wirtschaft über mangelnde Fachkräfte klagt, die Hälfte der Bewerber um eine Lehrstelle aber die Erfahrung mit abgelehnten Bewerbungen macht. "Die Ergebnisse zeigen, wie viel Aufwand junge Menschen treiben müssen, um sich erfolgreich auf eine Ausbildung in Sachsen zu bewerben", hieß es.  Die DGB-Jugend hatte für die Analyse auch gefragt, welche Kriterien für junge Menschen ausschlaggebend sind, um sich für einen Ausbildungsbetrieb zu entscheiden. Ganz vorn dabei: die gute Erreichbarkeit von Betrieb (61 Prozent) und Berufsschule (46 Prozent), das Arbeitsklima im Betrieb (60 Prozent) sowie Arbeitszeiten (50 Prozent) und Vergütung (43 Prozent). "Unsere Ergebnisse geben klare Hausaufgaben auf, um die duale Ausbildung in Sachsen attraktiver zu machen. Der Staat muss den ÖPNV ausbauen und jungen Menschen bezahlbare Mobilität ermöglichen", betonte Seeberger. Zu den Hausaufgaben der Ausbildungsunternehmen gehöre, die Bedürfnisse der Auszubildenden ernst zu nehmen und für ein gutes Arbeitsklima zu sorgen. "Dazu gehören Arbeitszeiten, die eine Vereinbarkeit von Ausbildung und Freizeit ermöglichen und eine Ausbildungsvergütung, von der die jungen Menschen leben können. Gerade letzteres ist in Sachsen nicht mal der Hälfte der Auszubildenden möglich", berichtete der DGB-Jugendsekretär. Wenn man hier nicht schnell Abhilfe schaffe, würden sich die jungen Menschen nach Alternativen umschauen, was Fachkräftemangel verschärfe. © dpa-infocom, dpa:251210-930-403634/1