Thailand und Kambodscha: Donald Trump will sich in Grenzkonflikt einschalten

Datum10.12.2025 07:31

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Donald Trump plant, sich erneut als Vermittler im Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha einzuschalten, nachdem die jüngste Waffenruhe gescheitert ist. Die beiden Länder liefern sich seit Tagen schwere Gefechte, die zu zahlreichen Opfern und Flüchtlingen geführt haben. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich, während die Gewalt an der nahezu 800 Kilometer langen Grenze anhält. Der Konflikt, der seit 1907 besteht, wurde zuletzt durch den misslungenen Versuch einer Deeskalation verschärft.

InhaltDie von Trump vermittelte Waffenruhe zwischen Kambodscha und Thailand ist vorerst gescheitert. Seit Tagen liefern sich beide Länder neue Grenzgefechte. Nun will der US-Präsident erneut als Friedensstifter wirken. US-Präsident Donald Trump will sich erneut als Vermittler im neu entbrannten Grenzkonflikt zwischen den Nachbarstaaten Thailand und Kambodscha einschalten. "Morgen muss ich einen Anruf tätigen", sagte er am Dienstagabend bei einer Rede in der Ortschaft Mount Pocono. Rund sechs Wochen nach Unterzeichnung eines Waffenruheabkommens zwischen Thailand und Kambodscha ist die Gewalt an der gemeinsamen Grenze wieder eskaliert. Vielerorts entlang der 800 Kilometer langen Grenze gab es am Dienstag – am zweiten Tag infolge – heftige Gefechte. Die beiden südostasiatischen Länder machten sich gegenseitig für die Zusammenstöße verantwortlich und warfen sich vor, auch Wohngebiete zu beschießen. Beide Seiten zeigten sich unnachgiebig. "Wir können jetzt nicht aufhören", sagte der thailändische Ministerpräsident Anutin Charnvirakul. Der einflussreiche frühere kambodschanische Staatschef Hun Sen sagte, sein Land habe sich 24 Stunden an einen Waffenstillstand gehalten, bevor es zum Gegenangriff übergegangen sei. Sein Land sei dazu gezwungen, sein Territorium zu verteidigen, schrieb er auf Facebook. Das thailändische Militär teilte mit, Panzer eingesetzt zu haben. Zudem hätten Kampfjets den zweiten Tag in Folge Luftangriffe geflogen. Das kambodschanische Verteidigungsministerium teilte mit, seit Montag seien neun Zivilisten getötet und 20 weitere schwer verletzt worden. Thailändischen Angaben zufolge starben drei Soldaten, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Zehntausende Bewohner des Gebiets mussten laut der Nachrichtenagentur dpa in Schutzunterkünfte oder sicherere Landesteile flüchten. Die Kämpfe sind die heftigsten seit einem fünftägigen Schlagabtausch mit Raketen und schwerer Artillerie im Juli dieses Jahres. Bei diesen schwersten Zusammenstößen der jüngsten Vergangenheit waren mindestens 48 Menschen getötet und 300.000 vertrieben worden, bevor US-Präsident Donald Trump einen Waffenstillstand vermittelte. Die Spannungen hatten zugenommen, seit Thailand im vergangenen Monat Deeskalationsmaßnahmen ausgesetzt hatte. Diese waren auf einem von Trump vermittelten Gipfel vereinbart worden und umfassten den Abzug von Truppen und schweren Waffen. Anlass für die Aussetzung war die Verstümmelung eines thailändischen Soldaten durch eine Landmine, die nach Angaben Bangkoks von Kambodscha gelegt worden war. Die Regierung in Phnom Penh wies den Vorwurf zurück. Die beiden Länder streiten seit mehr als einem Jahrhundert über die Souveränität an nicht markierten Abschnitten entlang ihrer Grenze. Diese wurde 1907 von Frankreich kartiert, als es Kambodscha als Kolonie beherrschte.