Datum09.12.2025 17:47
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen warnt in seiner Jahresbilanz für 2025 vor einer alarmierenden Zunahme von Rassismus, Antisemitismus und Queerfeindlichkeit in der Gesellschaft. Die Normalisierung dieser Einstellungen, insbesondere durch die AfD, führt zu selbstbewussterem Auftreten rechter Gruppen. Die Beratungsstellen verzeichnen einen Anstieg von Gewalt und Radikalisierung unter Jugendlichen sowie längere Wartezeiten für Unterstützungsanfragen. Sie fordern mehr finanzielle Mittel und eine Stärkung der zivilgesellschaftlichen Demokratiearbeit, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.
InhaltRassismus, Antisemitismus und Queerfeindlichkeit kommen zunehmend in der Mitte der Gesellschaft an: Das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in NRW zieht für 2025 eine besorgniserregende Bilanz. Das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen hat eine besorgniserregende Jahresbilanz gezogen: 2025 stünde die Beratung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus "mit dem Rücken zur Wand". Im ganzen Bundesland beobachteten die Beratungsstellen eine zunehmende Normalisierung von Rechtsextremismus und Queerfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft. Diese werde besonders durch die flächendeckende Verankerung der AfD nach den diesjährigen Kommunalwahlen in NRW sichtbar. Rechte Gruppierungen und Einzelpersonen sind 2025 nach Angaben der Beratungsstellen deutlich selbstbewusster aufgetreten. Überdies warnen die Stellen vor einer gezielten Ansprache und Radikalisierung von Jugendlichen und immer schwereren und häufigeren Gewaltfällen. Bedrohungen würden expliziter, Übergriffe gewalttätiger und digitale Attacken seien zunehmend koordiniert. Für Betroffene rechter Gewalt kommt es den Angaben zufolge zu zunehmendem Beratungsbedarf, gleichzeitig müssten sie immer länger auf Beratung warten und mit Verzögerungen rechnen. Engagierte Fachkräfte und Organisationen sowie Angehörige von extrem rechten Personen würden sich oft überfordert und im Alltag alleingelassen fühlen. Die Beratungsstellen fordern deshalb eine deutliche Erhöhung und langfristige Absicherung der finanziellen Mittel. Zudem sei es notwendig, die zivilgesellschaftliche Demokratiearbeit zu stärken, um den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen wirksam entgegenzutreten.