Machtdemonstration der USA: US-Bomber flogen entlang der Küste von Venezuela

Datum16.10.2025 22:49

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Konflikt zwischen den USA und Venezuela eskaliert weiter: US-Bomber haben sich der venezolanischen Küste genähert, was als Machtdemonstration gewertet wird. Präsident Trump hat CIA-Einsätze im Land genehmigt, während Eliteeinheiten militärische Szenarien in der Karibik trainieren. Venezuela fordert daraufhin den Uno-Sicherheitsrat zur Untersuchung der US-Luftschläge auf. Die US-Regierung rechtfertigt ihr militärisches Vorgehen mit dem Kampf gegen Drogen, was international auf Kritik stößt. Bisher sind mindestens 21 Menschen bei diesen Einsätzen gestorben.

InhaltDer Konflikt zwischen den USA und Venezuela eskaliert. Erst gestern wurde bekannt, dass US-Präsident Trump Einsätze der CIA im Land autorisiert hat. Nun sollen auch schon Bomber Kurs auf Venezuela genommen haben – übungshalber. US-Bomber haben sich nach übereinstimmenden US-Medienberichten der Küste Venezuelas genähert. Mehrere Langstreckenbomber des Typs B-52 seien am Mittwoch aus dem US-Bundesstaat Louisiana gestartet und mehrere Stunden in Küstennähe geflogen, berichteten unter anderem die "New York Times"  und der Sender ABC News . Sie beriefen sich dabei auf einen hochrangigen US-Beamten beziehungsweise Daten zu Flugbewegungen. Offizielle Angaben der US-Regierung gab es zu den Bomber-Einsätzen zunächst nicht. In den Medienberichten wurden die Flüge als Machtdemonstration der USA bewertet. Wie "New York Times" und "Washington Post" außerdem berichten , sollen Eliteeinheiten bereits Einsatzszenarien in der Karibik trainieren – mit Helikoptern des 160th Special Operations Aviation Regiment. Die US-Hubschrauber wurden vor der Küste von Trinidad beobachtet, keine 150 Kilometer von der Küste Venezuelas entfernt. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Es ist eine weitere Eskalationsstufe in der Auseinandersetzung zwischen den USA und Venezuela. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump wirft Venezuela vor, dass Drogen von dort die USA überschwemmen. Die USA gehen inzwischen militärisch dagegen vor. Erst am Mittwoch war zudem bekannt geworden, dass Trump Aktionen des Auslandsgeheimdiensts CIA in Venezuela autorisiert hat. Details blieben unklar. Er kündigte zugleich an, Rauschgiftschmuggler nun auch an Land bekämpfen zu wollen. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro äußerte sich erzürnt. Am Donnerstagnachmittag hat sein Land den Uno-Sicherheitsrat aufgefordert, die Luftschläge des US-Militärs gegen "zivile Schiffe in internationalen Gewässern" zu untersuchen. Außer einer Sitzung des Rates wird der Vorstoß Venezuelas allerdings nichts bewirken – die Vereinigten Staaten haben dort ein Vetorecht. Der "New York Times" zufolge hat sich CIA-Chef John Ratcliffe bisher kaum dazu geäußert, was sein Geheimdienst in Venezuela unternimmt. Er hat demnach aber versprochen, dass die CIA unter seiner Führung aggressiver vorgehen werde. Während seiner Anhörung zur Bestätigung als CIA-Chef sagte Ratcliffe, er werde die Behörde weniger risikoscheu machen. Er wolle die Bereitschaft der CIA stärken, "an Orte zu gehen, an die sonst niemand gehen kann, und Dinge zu tun, die sonst niemand tun kann". Bereits seit Wochen beschießen und zerstören die USA immer wieder Boote in der Karibik, die aus Venezuela kommen. An Bord sollen sich Drogen befunden haben. Dabei sollen mehr als 20 Menschen getötet worden sein. Die Regierung begründet das mit ihrem Kampf gegen den Drogenhandel, die USA würden von Drogen überschwemmt. Das Vorgehen sorgt für viel Kritik, auch weil die US-Regierung keine Angaben dazu machte, auf welcher rechtlichen Grundlage sie handelte. Mindestens vier Schläge und 21 Tote: Die US-Streitkräfte machen im Karibischen Meer Jagd auf angebliche Drogendealer. Aber worum geht es der Regierung in Washington wirklich? Lesen Sie hier die ausführliche Analyse dazu: Trumps Schattenkrieg in der Karibik  .