Datum16.10.2025 21:28
Quellewww.zeit.de
TLDRDonald Trump hat der Hamas mit einem Militärschlag gedroht, sollte sie weiterhin Menschen im Gazastreifen töten. Seine Aussagen auf Truth Social erregen Aufsehen und stehen im Widerspruch zu vorherigen, vielfach verständnisvollen Kommentaren über die Hamas. Internationale Empörung folgte Berichten über Gruppen-Erschießungen durch Hamas-Kämpfer, die mutmaßliche Kollaborateure der israelischen Armee hingerichtet haben sollen. Diese Taten wurden von der palästinensischen Autonomiebehörde sowie dem Auswärtigen Amt scharf verurteilt. Hamas-Vertreter verteidigten die Tötungen als notwendig zur Bekämpfung von Bedrohungen in der Region.
InhaltDonald Trump hat der Hamas offen mit einem Militäreinsatz gedroht. Sollte sie weiter Menschen töten, habe man keine eine Wahl "als hineinzugehen und sie zu töten". US-Präsident Trump hat den Tonfall gegenüber der Hamas deutlich eskaliert. Er drohte ihr auf seiner Plattform Truth Social offen mit dem Tode. Wenn die Hamas weiter Menschen im Gazastreifen töte, "werden wir keine Wahl haben als hineinzugehen und sie zu töten", schrieb Trump. Ob er damit US-Truppen meint oder andere Soldaten, blieb unklar. Die martialische Äußerung Trumps steht im Widerspruch zu seiner Äußerung vom Dienstag. Berichte über Gruppen-Erschießungen durch Hamas-Kämpfer hatte Trump da mit einem gewissen Verständnis kommentiert: Die Hamas habe gegen "sehr, sehr schlimme Banden" durchgegriffen, das habe ihn nicht groß gestört. Das sei "okay", hatte er wörtlich gesagt. In einem Interview mit CNN hatte Trump zudem angekündigt zu recherchieren, ob die Hamas unschuldige Zivilisten hinrichte. "Wir werden es herausfinden." International hatten die Erschießungen für breite Empörung gesorgt. Auf der Plattform X war etwa ein Video veröffentlicht worden, das eine Gruppen-Erschießung von rund acht Menschen auf einem Platz südlich der Stadt Gaza zeigen soll. Augenzeugen hatten der Nachrichtenagentur dpa gesagt, die Hamas habe den Getöteten vorgeworfen, Kollaborateure der israelischen Armee zu sein. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bezeichnete die Erschießungen als schockierend. Auch die palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die mutmaßlichen Exekutionen deutlich. Ein hochrangiger Hamas-Funktionär im Libanon verteidigte die Tötung mutmaßlicher Bandenmitglieder. "Die Personen, die ins Visier genommen wurden, haben Tod und Korruption in Gaza verursacht und Vertriebene sowie Hilfesuchende getötet, und noch gefährlicher war, dass sie die Herkunft und Grundlage von Israels zionistischem Projekt repräsentierten". Die öffentliche Tötung der Männer sei "im palästinensischen nationalen und stammesübergreifenden Konsens" erfolgt.