Angeblich krebserregend: Milliardenklage gegen Johnson & Johnson wegen Babypuder

Datum16.10.2025 21:28

Quellewww.spiegel.de

TLDRTausende Briten haben eine Sammelklage gegen Johnson & Johnson eingereicht, da das Babypuder möglicherweise krebserregenden Asbest enthielt. Die Kläger fordern über eine Milliarde Pfund Entschädigung und machen das Puder für Krebserkrankungen verantwortlich. J&J wird vorgeworfen, seit 50 Jahren von den Risiken gewusst zu haben. Während die WHO Talk als "wahrscheinlich krebserregend" einstuft, konnte eine US-Studie keinen statistischen Zusammenhang zwischen Babypuder und Eierstockkrebs nachweisen. Das Puder wurde 2023 in Großbritannien vom Markt genommen.

Inhalt2023 wurde das Puder in Großbritannien vom Markt genommen, angeblich soll der enthaltene Talk Krebs verursachen. Mit einer Sammelklage wenden sich Tausende Briten gegen den Konzern. Auch in den USA gab es einen Rechtsstreit. Das Babypuder soll möglicherweise krebserregend sein: Tausende Britinnen und Briten haben eine Sammelklage gegen den US-Pharma- und Kosmetikkonzern Johnson & Johnson eingereicht. Die etwa 3000 Klägerinnen und Kläger forderten Entschädigungen in Höhe von insgesamt mehr als einer Milliarde Pfund (rund 1,15 Milliarden Euro), erklärte die Anwaltskanzlei KP Law. Bei der Klage geht es um den Vorwurf, dass Babypuder von J&J krebserregenden Asbest enthielt. Die Klägerinnen und Kläger machen das Puder für Krebserkrankungen wie Eierstockkrebs verantwortlich, die sie selbst oder Angehörige entwickelten. In der Klageschrift sei dargelegt, dass J&J "seit mehr als 50 Jahren wusste, dass sein Talkupuder krebserregende Stoffe einschließlich Asbest enthielt", betonte die Anwaltskanzlei. Dennoch habe das Unternehmen das Babypuder "im Streben nach Profit" weiter vertrieben. Erst drei Jahre, nachdem das Puder in den USA vom Markt genommen wurde, sei der Verkauf 2023 schließlich auch in Großbritannien eingestellt worden. Ein Sprecher der 2023 von Johnson & Johnson abgespaltenen Kosmetiksparte Kenvue erklärte, das J&J-Babypuder sei "über Jahre hinweg von unabhängigen und führenden Laboren, Universitäten und Gesundheitsbehörden in Großbritannien und rund um die Welt getestet" worden. Der enthaltene Talk habe alle "vorgeschriebenen Standards erfüllt, enthielt kein Asbest und erregt keinen Krebs", betonte der Sprecher. Im April hatten US-Gerichte einen Vorschlag von Johnson & Johnson abgelehnt, über einen Zeitraum von 25 Jahren rund acht Milliarden Dollar zu zahlen, um rund 90.000 zivile Klagen im Zusammenhang mit Eierstockkrebs beizulegen, ohne eine Verantwortung einzuräumen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte Talk im Juli vergangenen Jahres als "wahrscheinlich krebserregend ein. Eine 2020 veröffentlichte Auswertung von Studien mit 250.000 Probandinnen in den USA fand allerdings keinen statistischen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Talkumpuder an Genitalien und dem Risiko von Eierstockkrebs.