Datum09.12.2025 11:19
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Junge Union (JU) fordert nach dem neuen Rentenpaket eine Reform mit niedrigeren Rentenkosten. JU-Vorsitzender Johannes Winkel kritisiert, dass der Reformbedarf eher gestiegen ist und das Rentenniveau bis 2031 auf 48 Prozent festgelegt wurde. Er warnt vor höheren Beiträgen und mehr Belastungen für den Bundeshaushalt. Winkel plädiert für eine Perspektive, die das Rentenniveau absinken lässt, und kündigt an, dass eine Kommission bis 2026 Vorschläge für eine Reform erarbeitet.
InhaltDurch das Rentenpaket sei der Reformbedarf bei der Rente noch weiter gestiegen, sagt JU-Vorsitzender Johannes Winkel. Das versprochene nächste Paket müsse Erfolg haben. Die Junge Union (JU) hat ihre Forderungen zur Rente nach der Verabschiedung des Rentenpakets im Bundestag bekräftigt. "Wir haben mit diesem Rentenpaket den Reformbedarf nicht gelindert, sondern gestärkt", sagte der JU-Vorsitzende Johannes Winkel dem Stern. "Deshalb muss das von der Regierung versprochene nächste Rentenpaket ein Erfolg werden." Durch das Rentenpaket ist das sogenannte Rentenniveau von 48 Prozent bis 2031 festgelegt. Bis 2039 soll es nach den jetzt geltenden Regelungen auf gut 46 Prozent sinken – ein Prozentpunkt mehr, als es ohne die Stabilisierung der sogenannten Haltelinie, die zum Rentenpaket gehörte, der Fall gewesen wäre. Angesichts der demografischen Entwicklung bedeutet das, dass entweder die Beiträge für die Rentenversicherung weiter steigen werden oder der Zuschuss aus dem Bundeshaushalt noch größer wird. Schon jetzt wird die Rente aus dem Bundeshaushalt mitfinanziert. Die Junge Union hatte gefordert, das Rentenniveau perspektivisch sinken zu lassen, um höhere Beiträge und noch mehr Belastungen für den Bundeshaushalt zu vermeiden. Das Rentenpaket dürfe daher keine Dauerlösung sein, fordert Winkel: "Unabhängig von politischer Meinung – das kann mathematisch nicht aufgehen", sagte er dem Stern. Mit sechs weiteren Unionsabgeordneten hatte Winkel am Freitag gegen das Rentenpaket gestimmt und folgte damit nicht der Fraktionslinie. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) strebt trotzdem noch in dieser Legislaturperiode eine tiefergehende Reform an. Deren Grundzüge soll eine Kommission erarbeiten, die bis Jahresende eingesetzt wird. Bis Mitte 2026 soll sie dann Vorschläge für eine Reform machen. Diese dürften allerdings innerhalb der schwarz-roten Koalition umstritten sein.