Zusätzlich fünf Prozent: Trump droht Mexiko im Streit über Wasserlieferungen mit Strafzoll

Datum09.12.2025 10:54

Quellewww.spiegel.de

TLDRDonald Trump droht Mexiko mit fünfprozentigen Strafzöllen auf Importe, da er vorgibt, das Land würde nicht genug Wasser vertragsgemäß aus dem Rio Grande an die USA abgeben. Dies gefährde die Viehzucht in Texas. Ein 80 Jahre alter Vertrag regelt die Wasserlieferungen, doch in Trockenperioden kommt es immer wieder zu Streit, da Wasser knapp ist. Trump fordert eine sofortige Freigabe von fast einer Milliarde Kubikmetern Wasser.

InhaltZur Unterstützung der US-Landwirte verlangt Donald Trump zusätzliche Wassermengen von Mexiko und droht mit Strafzöllen. Dabei beruft er sich auf einen mehr als 80 Jahre alten Vertrag. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. US-Präsident Donald Trump droht dem Nachbarn Mexiko in einem Streit um die Verteilung von Wasserreserven in der Grenzregion mit Strafzöllen von fünf Prozent. Er warf den Mexikanern in einem Post auf seiner Online-Plattform Truth Social  vor, den Vereinigten Staaten nicht genügend Wasser zu überlassen und damit die Viehzucht in Texas zu gefährden. Kongressabgeordnete aus dem US-Bundesstaat hatten den Republikaner zuvor aufgefordert, mehr Druck auf das südliche Nachbarland auszuüben. Gemäß einem Vertrag aus dem Jahr 1944 muss Mexiko Wasser aus seinem Einzugsbereich des Rio Grande in der östlichen Hälfte des gemeinsamen Grenzgebiets an die USA abgeben. Dafür erhält das Land im Gegenzug Wasser aus dem weiter westlich gelegenen Rio Colorado. Immer wieder kommt es bei den Verteilungsfragen aber zu Streit – hauptsächlich in Zeiten akuter Trockenheit. Wasser gilt auf beiden Seiten der Grenze als knapp. Zuletzt hatte Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum jedoch versucht, mit Wasserlieferungen in die USA den schwelenden Handelsstreit zu besänftigen. Trump machte Mexiko nun aber erneut Vorwürfe. Das Land habe den Vertrag zwischen beiden Ländern in den vergangenen fünf Jahren nicht eingehalten und schulde den USA noch umgerechnet fast eine Milliarde Kubikmeter Wasser, schrieb der US-Präsident. Bis zum 31. Dezember müsse knapp ein Viertel dieser Menge freigegeben werden, der Rest dann bald folgen. "Bis jetzt reagiert Mexiko nicht, und das ist sehr unfair gegenüber unseren US-Landwirten, die dieses dringend benötigte Wasser verdienen", schrieb Trump. Deshalb habe er die nötigen Vorbereitungen getroffen und Genehmigungen erteilt, um einen Strafzoll von fünf Prozent auf mexikanische Importe in die USA zu erheben, "wenn dieses Wasser nicht SOFORT freigegeben wird" (Hervorhebung im Original). Der Wasservertrag wurde zu einer Zeit geschlossen, als die kostbare Ressource noch nicht so knapp war wie heute. Das Wasser aus Mexiko wird etwa für den Anbau von Zitrusfrüchten und zur Viehhaltung in Texas benötigt. Auf mexikanischer Seite wiederum sind einige grenznahe Bundesstaaten von dem Wasser abhängig, das aus dem amerikanischen Teil des Colorado River kommt.