Denkmalstreit: Gericht: "Trostfrauen"-Denkmal muss weg

Datum16.10.2025 19:59

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschied, dass das "Trostfrauen"-Denkmal in Berlin-Moabit entfernt werden muss, da eine Beschwerde des Korea-Verbands nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprach. Die Statue erinnert an asiatische Frauen, die im Zweiten Weltkrieg Opfer sexueller Gewalt wurden. Nach einem vorherigen Urteil durfte das Denkmal bis September 2025 bleiben, aber eine weitere Verlängerung wurde abgelehnt. Der Bezirk Mitte bietet einen neuen Standort 100 Meter entfernt an und unterstützt bei der Umsetzung.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Denkmalstreit“. Lesen Sie jetzt „Gericht: "Trostfrauen"-Denkmal muss weg“. Das Denkmal der koreanischen "Trostfrauen" in Berlin-Moabit muss beseitigt werden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) wies eine Beschwerde des Korea-Verbands gegen eine entsprechende Entscheidung des Verwaltungsgerichts zurück.  Die Begründung für die Beschwerde erfülle nicht die gesetzlichen Vorgaben, teilte das OVG mit. Der Verband sei darin nicht ausreichend auf die Erwägungen des Verwaltungsgerichts eingegangen (OVG 6 S 109/25).  Der Korea-Verband und der Bezirk Mitte streiten seit langem um den Platz der Statue, die die Nachbildung einer Skulptur zur Erinnerung an Opfer sexueller Gewalt im Zweiten Weltkrieg ist, die vor der japanischen Botschaft in Seoul steht. Im Jahr 2020 war eine Genehmigung für ein Jahr erteilt worden und wurde verlängert. Da sich Verband und Bezirk später nicht über den weiteren Verbleib der Statue einigen konnten, landete der Fall vor Gericht.  Im April 2025 entschied das Verwaltungsgericht, dass das "Trostfrauen"-Denkmal bis zum 28. September an seinem bisherigen Standort am Unionsplatz bleiben darf. Eine weitere Verlängerung lehnten die Richter am vergangenen Montag dann aber ab. Der gemeinnützige Verein habe keinen Anspruch auf eine weitere Duldung der Statue im öffentlichen Straßenraum glaubhaft gemacht.  Das Bezirksamt Mitte fordert die Beseitigung der Statue, hat aber angeboten, dass sie einen neuen Standort in der Unionsstraße 8 bekommt – rund 100 Meter vom bisherigen Standort entfernt und im Umkreis zum Museum der Trostfrauen. Dort könne eine öffentlich zugängliche Fläche der Mietergenossenschaft Unionplatz Tiergarten genutzt werden. Der Bezirk sicherte Hilfe bei der Umsetzung zu. Der Begriff "Trostfrauen" ist ein Euphemismus für Zehntausende Asiatinnen, die während des Pazifikkrieges im Zweiten Weltkrieg in japanischen Frontbordellen von Soldaten der japanischen Armee sexuell missbraucht wurden. Die Statue erinnert an die Opfer. © dpa-infocom, dpa:251016-930-171748/1