Datum08.12.2025 23:27
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Präsident Donald Trump hat Nvidia die Genehmigung erteilt, den KI-Chip H200 nach China zu exportieren, was als Kompromiss im Technologie-Streit betrachtet wird. Trump betont, dass Sicherheitsaspekte gewahrt bleiben. Der Export könnte Chinas KI-Entwicklung vorantreiben und könnte die militärischen Fähigkeiten Pekings stärken, was Kritiker befürchten. Die Genehmigung steht im Kontext eines Abkommens zwischen Trump und Xi Jinping zur Minderung der Handelskonflikte. Weitere Technologiefirmen wie AMD und Intel könnten ähnliche Erlaubnisse erhalten.
InhaltIm Wettstreit um KI-Halbleiter hat US-Präsident Donald Trump dem Hersteller Nvidia genehmigt, den KI-Chip H200 nach China zu exportieren. Insidern zufolge ist diese Lösung ein Kompromiss - und dennoch gefährlich. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. US-Präsident Donald Trump hat am Montag mitgeteilt, dass der Technologiekonzern Nvidia den KI-Chip H200 nach China exportieren darf. Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping hatten im November vereinbart, ihren Handels- und Technologie-Streit auf Eis zu legen. Zuvor genehmigte Kunden in China und weiteren Ländern sollen Trump zufolge das Produkt kaufen dürfen – unter Bedingungen, die weiterhin eine starke nationale Sicherheit gewährleisten würden, so der Präsident auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. Das US-Handelsministerium arbeite gerade an den finalen Details. Das Prozedere würde auch für andere Technologiekonzerne wie AMD oder Intel gelten. Trump sagte weiter, er habe den chinesischen Präsidenten Xi Jinping informiert. Xi habe "positiv reagiert." Teil des Abkommens mit Nvidia scheint auch erneut eine finanzielle Beteiligung der Regierung zu sein: "25 Prozent gehen an die Vereinigten Staaten", so Trump. Insidern zufolge wird der Schritt als Kompromiss betrachtet. Er stelle einen Mittelweg dar zwischen der Lieferung von Nvidias neuesten Blackwell-Chips nach China, die US-Präsident Trump nicht genehmigen will, und einem vollständigen Stopp von US-Chip-Exporten. Ein solcher würde nach Einschätzung von Beamten die Bemühungen von Huawei stärken, eigene KI-Chips in China zu verkaufen. Kritiker fürchten aber, dass der Verkauf fortschrittlicherer KI-Chips Pekings Militär stärken könnte. Diese Sorge hatte ursprünglich zu den von der Regierung unter Präsident Joe Biden verhängten Exportbeschränkungen geführt. Der fortschrittlichste KI-Halbleiter, dessen Export nach China legal ist, ist der H20. Trumps Regierung hatte den Verkauf erst in diesem Jahr wieder erlaubt. Einem Bericht der Denkfabrik Institute for Progress zufolge wäre der H200 fast sechsmal so leistungsfähig. Der Export dieses Chips würde es chinesischen KI-Laboren ermöglichen, Supercomputer zu bauen, die eine vergleichbare Leistung wie die besten US-KI-Supercomputer erreichen, wenn auch zu höheren Kosten, heißt es in dem Bericht weiter. Ursprünglich waren die US-Exportbeschränkungen auch dazu gedacht, China technologisch auszubremsen. Trump zufolge wird es keine Genehmigung für den Export von Nvidias neuestem Modell, den Blackwell Chips, geben.