Schleswig-Holstein: Waffenteile und Chemikalien bei Jugendlichen gefunden

Datum16.10.2025 18:53

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Schleswig-Holstein ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen vier Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffrecht und das Kriegswaffenkontrollgesetz. Bei Durchsuchungen fanden Ermittler Waffenbauteile, Munition und Chemikalien. Politische Hintergründe seien nicht ausgeschlossen. Der Fall soll auch im Landtag behandelt werden, nachdem die SPD eine Untersuchung beantragt hat. Ein Verdächtiger steht unter dem Anfangsverdacht, eine schwere staatsgefährdende Straftat vorzubereiten.

InhaltVier 15- und 16-Jährige aus Schleswig-Holstein stehen in Verdacht, gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben. Ermittler stellten Munition und Technik sicher. Die SPD will den Fall auch im Landtag untersuchen lassen. In Schleswig-Holstein haben Ermittler Chemikalien, Waffen, Munition und andere gefährliche Gegenstände bei Jugendlichen gefunden. Nun ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen vier Teenager im Alter von 15 und 16 Jahren, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung  hervorgeht. Ein politisch motivierter Hintergrund könne demnach nicht ausgeschlossen werden. Laut der Mitteilung durchsuchten Einsatzkräfte am Donnerstagmorgen zwei Wohngebäude auf der Ostseeinsel Fehmarn und ein Haus im nördlichen Ostholstein. Dabei seien Waffenbauteile, Munition und technische Geräte sichergestellt worden. Die Ermittlungen stehen den Angaben zufolge im Zusammenhang mit einer Durchsuchung auf Fehmarn am 8. Oktober: Dort hatten Einsatzkräfte scharfe Schusswaffen, selbst hergestellte Waffenbauteile, Munition und Chemikalien am Wohnort eines Jugendlichen sichergestellt. Diese Funde müssten nun ausgewertet werden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur dpa. Zudem müsse geprüft werden, ob die Waffen tatsächlich schussfähig sind. Im Laufe der Ermittlungen hätten sich Hinweise auf die drei weiteren jungen Männer aus dem Kreis Ostholstein ergeben, die insofern mit den Fundstücken in Verbindung stehen könnten. Bei den am Donnerstag sichergestellten Gegenständen handele es sich um weitere Beweismittel. Es bestehe der Verdacht, dass die vier Jugendlichen gegen das Sprengstoffgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen haben, heißt es weiter. Gegen den Jugendlichen, dessen Wohnort zuerst durchsucht wurde, bestehe der "Anfangsverdacht des Vorbereitens einer schweren, staatsgefährdenden Straftat". Der Fall soll auf Wunsch der SPD auch im Landtag von Schleswig-Holstein behandelt werden. Der Verdacht zeige, "dass es nicht um Petitessen geht", sagte der Abgeordnete Niclas Dürbrook (SPD) der Nachrichtenagentur dpa. Seine Fraktion habe für die kommende Sitzung des Innen- und Rechtsausschusses einen Berichtsantrag gestellt.