Datum08.12.2025 15:19
Quellewww.zeit.de
TLDRDie neue US-Sicherheitsstrategie distanziert sich von Europa und erwähnt Russland kaum, was von Wladimir Putins Sprecher, Dmitri Peskow, positiv aufgenommen wurde. Peskow sieht Parallelen zur russischen Perspektive und bezeichnet die Sichtweise im Dokument als ansprechend. Während Russland zuvor als Bedrohung galt, wird nun betont, dass viele europäische Staaten dies so empfinden. Zudem äußert sich die USA kritisch zur EU und will den Kurs dieser politisch beeinflussen. Die Strategie wurde von der EU stark kritisiert.
InhaltIn ihrer neuen Sicherheitsstrategie gehen die USA auf Distanz zu Europa und erwähnen Russland kaum. Die russische Führung erkennt viele Parallelen zur eigenen Sichtweise. Wladimir Putins Sprecher Dmitri Peskow hat die neue US-Sicherheitsstrategie gelobt. Er sehe sie im Einklang mit der russischen Sichtweise, sagte Peskow. "Die Nuancen, die wir im neuen Konzept erkennen, sehen mit Sicherheit ansprechend für uns aus." Damit lobte Peskow das Strategiepapier bereits zum zweiten Mal: Schon am Sonntag sagte er, die im Dokument erkennbare Sichtweise sei "weitgehend in Übereinstimmung" mit Russlands Wahrnehmung. In dem Strategiepapier, das am Freitag vorgestellt wurde, positionieren sich die USA relativ neutral zu Russland. Wurde das Land in der Version von 2022 noch als Bedrohung beschrieben, heißt es in dem Dokument nun lediglich, viele europäische Staaten würden Russland als Bedrohung sehen. In der europäischen Auseinandersetzung mit Russland sei aufseiten der Europäer ein "fehlendes Selbstbewusstsein" erkennbar. Die USA haben dem Dokument zufolge ein Interesse daran, in Verhandlungen mit Russland den Krieg gegen die Ukraine zu beenden und eine "strategische Stabilität" mit Russland aufzubauen. Die USA gehen in dem Dokument außerdem zur EU. Diese wird als gefährlich für Meinungsfreiheit und den freien Markt beschrieben und werde von "instabilen Minderheitsregierungen" getragen. Den "Widerstand" dagegen wollten die USA politisch unterstützen und den Kurs der EU "korrigieren". Die "Wahrnehmung", wonach sich die Nato stetig erweitern könne, müsse zudem beendet werden. Seitens der EU und mehrerer europäischer Länder wurde das Strategiepapier stark kritisiert. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.