Generation Deutschland: Verfassungsschutz sieht bei AfD-Jugendorganisation keinen Kurswechsel

Datum08.12.2025 14:21

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Verfassungsschutz sieht bei der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland nach erster Einschätzung keine signifikanten Veränderungen zu ihrer Vorgängerorganisation Junge Alternative. Der Präsident des Bundesamtes, Sinan Selen, spricht von personeller und inhaltlicher Kontinuität und erwartet keinen Kurswechsel. Die Organisation ist nun enger an die Partei gebunden, was ein Verbot erschwert. Kritische Stimmen, wie die des Thüringer Verfassungsschutzes, weisen auf rechtsextreme Tendenzen hin und sehen keine Distanzierung von früheren Positionen.

InhaltAuch die neue Jugendorganisation der AfD weist nach Einschätzung des Verfassungsschutzes rechtsextreme Tendenzen auf. Es gebe personelle und inhaltliche Kontinuität. Der Verfassungsschutz sieht bei der neu gegründeten AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland nach einer ersten Einschätzung keine große Veränderung gegenüber der Vorgängerorganisation Junge Alternative (JA). Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Sinan Selen, sagte: "Was wir sehen, ist schon eine personelle und inhaltliche Kontinuität." "Ich erwarte da keine Überraschungen oder einen Paradigmenwechsel innerhalb dieser Struktur", fügte Selen hinzu. Neu sei lediglich, dass die neue Jugendorganisation in die Struktur der AfD integriert worden sei, "und dementsprechend ist sie auch in diesem Gefüge zu behandeln", sagte er am Rande eines Symposiums des BfV. Zuvor hatte bereits der Thüringer Verfassungsschutz Hinweise auf rechte Tendenzen in der Jugendorganisation gesehen. Nach einer "ersten Sichtung der Beiträge, Aussagen und anwesenden Personen unter anderem aus dem rechtsextremistischen Spektrum" bei der Neugründung sehe er "weder eine Mäßigung noch eine Distanzierung oder gar Wandlung der neuen AfD-Jugendorganisation von der durch den Verfassungsschutz als rechtsextremistische Bestrebung eingestuften ehemaligen Jungen Alternative", sagte der Präsident des thüringischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Stephan Kramer, vor einer Woche dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Generation Deutschland übernimmt seit ihrer Gründung vor gut einer Woche die Nachfolge der JA. Diese stufte der Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem ein. Im März wurde die als Verein geführte Organisation aufgelöst. Ihr Vereinsstatus machte sie anfällig für ein mögliches Verbot durch das Innenministerium.  Die neue Organisation ist als offizielle Jugendabteilung enger an die AfD angegliedert, was ein Verbot rechtlich schwieriger macht und der AfD mehr Kontrolle über die Organisation gibt. Mitglied kann in der neuen Jugendorganisation in der Regel nur noch sein, wer auch Mitglied der AfD ist. Fehlverhalten oder Regelverstöße können somit von der Partei geahndet werden – bis hin zum Parteiausschluss. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.