Datum08.12.2025 11:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Indonesien sind nach heftigen Regenfällen und folglich Erdrutschen und Überschwemmungen fast 1000 Menschen ums Leben gekommen. Rund eine Million wurden vertrieben, während mehr als 230 vermisst werden. Besonders betroffen sind die Provinzen Aceh, Nord-Sumatra und West-Sumatra. Die Katastrophe wird durch den Klimawandel und menschliches Handeln, wie Abholzung, verschärft. Die Hochwassergefahr betrifft insgesamt 3,3 Millionen Menschen in Indonesien. Weitere Regenfälle sind für die kommenden Tage prognostiziert.
InhaltEs sind die schwersten Regenfälle seit Jahren: Auf Sumatra sind nach Erdrutschen und Überschwemmungen Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Die indonesische Insel wird immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Nach wochenlangen Überschwemmungen und Erdrutschen im Norden der indonesischen Insel Sumatra ist die Zahl der Toten auf fast 1000 gestiegen. Knapp eine Million Menschen seien aus ihren Häusern vertrieben worden, teilte der nationale Katastrophenschutz (BNPB) am Montag weiter mit. Hunderte Menschen wurden demnach zudem verletzt, und mehr als 230 galten als vermisst. Schwer getroffen sind der Behörde zufolge 52 Bezirke und Städte in den Provinzen Aceh, Nord-Sumatra und West-Sumatra. Der Katastrophenschutz verzeichnete außerdem Schäden an mehr als 156.000 Häusern. Nach Angaben der BNPB ist Aceh mit mehr als 900.000 Vertriebenen in der gesamten Provinz am stärksten betroffen. Präsident Prabowo Subianto besuchte am Sonntag die von den Überschwemmungen betroffenen Gebiete. Sumatra ist fast so groß wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen. Die langgestreckte Insel liegt westlich von Malaysia auf dem Äquator und wird immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht – auch extremer Monsunregen ist keine Seltenheit. Wissenschaftler warnen, dass der Klimawandel die Häufigkeit und Intensität solcher Wetterereignisse weiter erhöhen dürfte. Die Regenzeit in Indonesien, die normalerweise zwischen November und April ihren Höhepunkt erreicht, bringt häufig schwere Überschwemmungen mit sich. Die jüngste Flut gilt aber als eine der schwersten der vergangenen Jahre. Umweltverbände und Katastrophenexperten warnen seit Jahren, dass die rasante Abholzung, unregulierte Bebauung und degradierte Flussgebiete die Risiken für die Gemeinden auf Sumatra erhöht haben. Für die kommenden Tage wird weiterer starker Regen für Teile der Insel erwartet. Den Behörden zufolge sind insgesamt 3,3 Millionen der etwa 60 Millionen Einwohner von dem Hochwasser betroffen. Verheerende Niederschläge hatten zuletzt in mehreren Ländern Südasiens und Südostasiens zu schwerem Hochwasser geführt. Unter anderem waren die Philippinen, Vietnam, Sri Lanka und Thailand betroffen.