Datum08.12.2025 11:38
Quellewww.zeit.de
TLDREine Studie hat ergeben, dass seit 1945 mindestens 672 Minderjährige im Bistum Passau von Geistlichen missbraucht und misshandelt wurden. Ermittelt wurden 154 Beschuldigte, doch die tatsächliche Zahl der Betroffenen könnte höher sein. Forscher der Universität Passau warnen, dass viele Übergriffe in Gruppen wie Schulklassen oder Chören stattfanden, jedoch fehlen genaue Zahlen zur Gruppengröße. Die Studie basiert auf drei Jahren umfassender Forschung und soll zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum beitragen.
InhaltMindestens 672 Minderjährige wurden laut einer Studie seit 1945 von Geistlichen des Bistums Passau missbraucht und misshandelt. Die tatsächliche Zahl dürfte höher sein. Im Bistum Passau sind laut einer Studie Hunderte Minderjährige von Klerikern missbraucht und misshandelt worden. Mindestens 672 Kinder und Jugendliche seien von 1945 bis 2022 schweren Übergriffen durch Priester ausgesetzt gewesen, heißt es in der Studie zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt an Minderjährigen im Bistum Passau. Ermittelt wurden 154 Beschuldigte oder überführte Täter. Drei Jahre lang hatte ein Forscherteam der Universität Passau an der Studie gearbeitet. In dem Dokument wird darauf verwiesen, dass die tatsächliche Anzahl der Betroffenen noch höher sein dürfte. "Plausibel erscheint es aber in jedem Fall, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen im Bistum Passau über dem gesichert erscheinenden Minimalwert von 672 liegt", heißt es. Dies liege unter anderem daran, dass in den Quellen oft von Gruppen wie Schulklassen, Ministranten oder Chorkindern die Rede sei, "die Übergriffen eines Priesters ausgesetzt gewesen sein sollen". Wie groß die jeweiligen Gruppen gewesen seien, dafür gebe es nur wenige oder gar keine Anhaltspunkte. Die Studienautoren gehen daher von einer Mindestanzahl von drei Kindern oder Jugendlichen aus, die eine "Gruppe" bilden und allesamt Betroffene von Missbrauch oder Gewalt waren oder sind. Zudem werden die namentlich oder als anonyme Person zweifelsfrei belegten Betroffenen hinzugerechnet. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert. Das Hilfetelefon sexueller Missbrauch erreichen Sie unter 0800 22 55 530. Sie werden anonym, kostenfrei und mehrsprachig beraten. Außerhalb der Sprechzeiten können Sie den Beratenden auch eine Nachricht schreiben. Telefonzeiten Montag, Mittwoch und Freitag: 9 bis 14 Uhr Dienstag und Donnerstag: 15 bis 20 Uhr Wenn Sie anonym einen Hinweis an die Redaktion schicken möchten, können Sie uns über unseren anonymen Briefkasten kontaktieren. Sie finden ihn hier.