Datum08.12.2025 11:11
Quellewww.zeit.de
TLDRBürgerinitiativen warnen vor einer Kostenexplosion bei der Neubaustrecke Hannover-Hamburg, deren Baukosten mit 8,804 Milliarden Euro angegeben sind. Experten rechnen mit einer Gesamtprognose von 14,121 Milliarden und einer Fertigstellung erst zwischen 2050 und 2063. Die Initiative kritisiert die Auswirkungen auf den Klimaschutz, da der Bau die CO2-Bilanz bis über 2045 belasten würde. Auch die Landesregierung fordert eine Raumverträglichkeitsprüfung wegen der Umweltgefahren. Die Deutsche Bahn favorisiert die neue Strecke, die jedoch nicht den ursprünglichen Kompromiss einhält.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bahnverkehr“. Lesen Sie jetzt „Initiativen gegen Kostenexplosion bei Hannover – Hamburg“. Bürgerinitiativen warnen vor einer Kostenexplosion bei der Neubaustrecke Hannover – Hamburg. "Die Baukosten werden mit 8,804 Milliarden Euro angegeben, allerdings sind hier noch zahlreiche Baukosten- und Verzögerungsrisiken ausgeblendet. Die Gesamtwertprognose beinhaltet auch diese Risiken und die DB InfraGo berechnet hierfür 14,121 Milliarden Euro", schreibt der Projektbeirat Alpha-E aus Bohlsen im Landkreis Uelzen. Das Bundesverkehrsministerium hatte den Entwurf der Schnellstrecke entlang der A7 und durch die Lüneburger Heide zuletzt als wirtschaftlich eingeschätzt. Dem widerspricht die Initiative, die zudem mit einer Fertigstellung erst zwischen 2050 und 2063 rechnet - Verzögerungen über das angepeilte Jahr 2050 seien realistisch. Aus der Erfahrung vergangener Neubaumaßnahmen sei bekannt, dass viele Risiken wie Ressourcenengpässe nicht zu vernachlässigen sind. "Eine Fertigstellung erst im Jahr 2063 dürfte also keinesfalls unrealistisch sein", heißt es weiter. Eine Neubaustrecke, die frühestens in 25 Jahren, möglicherweise erst in 38 Jahren fertig sei, nütze nichts für die aktuellen Probleme der Überlastung. Für den Klimaschutz sei die Neubaustrecke zudem eine Katastrophe: "Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden, Niedersachsen sogar bis 2040. Der Bau der Strecke würde die CO2-Bilanz also noch weit über den Zeitpunkt der angestrebten Klimaneutralität hinaus belasten, ohne dass es bis dahin irgendeine CO2-Einsparung gäbe." Die Deutsche Bahn favorisiert die neue etwa 109 Kilometer lange ICE-Strecke seit langem, Bürgerinitiativen warnen vor Umweltzerstörungen in der Heide. Kritisch eingestellt ist auch die Landesregierung in Hannover. Wegen der Einschnitte in die Natur brauche man eine Raumverträglichkeitsprüfung, fordert Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Die Kritiker monieren, dass der vor zehn Jahren gefundene Kompromiss beim Dialogforum Schiene Nord für den Ausbau der Bestandsstrecken von der Bahn nicht eingehalten werde. Er wird Alpha-E-Kompromiss genannt und sieht unter anderem ein drittes Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen vor. © dpa-infocom, dpa:251208-930-394470/1