Datum08.12.2025 10:39
Quellewww.spiegel.de
TLDRMarjorie Taylor Greene äußert in einem Interview, dass viele Republikaner hinter vorgehaltener Hand negativ über Donald Trump sprechen, obwohl sie ihm öffentlich loyal erscheinen. Greene, einst eine glühende Anhängerin Trumps, berichtet, dass Parteikollegen sie verspottet hätten, bis sie ihm wieder zu Willen waren, um möglichen Konsequenzen zu entgehen. Sie betont, dass sie nicht mehr zur "MAGA"-Bewegung gehört und sich stattdessen als "America First"-Anhängerin sieht, nachdem sie sich mit Trump überworfen hat.
InhaltIn ihrer Partei gebe es viele, die dem US-Präsidenten "in den Hintern kriechen", behauptet Marjorie Taylor Greene. Besonders loyal scheint dieses Engagement allerdings nicht zu sein, schildert sie nun in einem Interview. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Hat Donald Trump seine Partei noch im Griff? Es zeichnen sich erste, feine Risse ab. Ein neues Interview, das seine ehemals glühendste Anhängerin, Marjorie Taylor Greene, nun gegeben hat, passt da ins Bild: In der Sendung "60 Minutes" erzählt sie, dass die Republikaner hinter vorgehaltener Hand ganz schön über ihren Chef herziehen. Würde sie voll darüber auspacken, würde das "die Leute schockieren", so Greene zu Moderatorin Lesley Stahl. In der Sendung, von der nun Ausschnitte unter anderem auf YouTube veröffentlicht wurden, ist zu sehen, wie Stahl ihre Interviewpartnerin daraufhin auffordert, genau das zu tun. Greene antwortet: Sie habe miterlebt, wie viele ihrer Kolleginnen sich über den US-Präsidenten "lustig gemacht haben, über seine Art zu reden." Zuvor hätten viele Parteikollegen sie "ständig dafür verspottet, dass ich ihn unterstützt habe", sagt sie weiter. Und das so lange, "bis sie ihm, als er 2024 die Vorwahlen gewann, plötzlich – entschuldige meine Ausdrucksweise, Lesley – in den Hintern gekrochen sind", so Greene. Hinter den Kulissen würden sie aber "ganz anders" über ihn reden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Ob die Republikaner Angst hätten vor Trump und ihn deshalb unterstützten, fragt Stahl weiter. "Ich glaube, sie haben panische Angst, aus der Reihe zu tanzen und dann einen fiesen Beitrag auf Truth Social zu bekommen, ja", sagt Greene. Sie galt viele Jahre lang als eine der treusten Anhängerinnen von Trump und seiner "MAGA"-Bewegung. Doch dann überwarfen sie sich im Zuge der Debatte über die Herausgabe der Epstein-Akten. Sie sei jetzt nicht mehr "MAGA", erzählt die republikanische Abgeordnete in "60 Minutes" weiter, "MAGA" sei Trumps Slogan. Sie dagegen sei "America First", also "Amerika zuerst". Die Abgeordnete aus Georgia wurde zuletzt, anders als in den vorangegangenen Monaten, bei öffentlichen Auftritten ohne ihre rote "MAGA"-Kappe gesehen – ein weiteres, sichtbares Zeichen dafür, dass sie mit Trump gebrochen hat. Der US-Präsident hatte sie als "Verräterin" bezeichnet und wiederholt öffentlich verbal attackiert, was nach ihren Angaben eine Welle von Drohungen gegen sie ausgelöst hat. Mehr über die "unglaubliche Wendung" von Greene und zu den Hintergründen der Fehde mit Trump lesen Sie hier.