Datum08.12.2025 10:04
Quellewww.spiegel.de
TLDRKristen Stewart, bekannt aus "Twilight", plant, ihren nächsten Film ohne Gage zu realisieren, um das Hollywood-System zu kritisieren. In einem Interview äußerte sie, dass die Branche es schwer macht, innovative Filme außerhalb bewährter Formeln zu drehen. Stewart strebt nach einem Erfolg, der nicht an hohen Zuschauerzahlen gemessen wird, sondern daran, Menschen zu bewegen. Sie betont die Notwendigkeit, neue Stimmen in der Filmindustrie zu unterstützen, und kritisiert die vergangene Konzentration auf Geschlechtergleichheit in Hollywood.
Inhalt"Twilight"-Star Kristen Stewart möchte an ihrem nächsten Kinofilm nichts verdienen. Die erfolgreiche US-Schauspielerin feierte im Mai ihr Debüt als Regisseurin – und kritisiert erneut das System Hollywood. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Kristen Stewart ist fast jedes Jahr mit mindestens einem Film in den Kinos, ob als Schauspielerin, Drehbuchautorin oder Regisseurin. Jetzt hat die 35-Jährige in einem Interview angekündigt, ihren nächsten Film ohne Gage zu drehen. "Der nächste Film, den ich machen möchte: Ich möchte ihn umsonst machen, ich möchte keinen Dollar verdienen, ich möchte, dass er ein Riesenerfolg wird", sagte der einstige "Twilight"-Star im Interview mit der "New York Times". Der Grund: Die Film-Industrie mache es zu schwierig, Filme zu drehen, die keine Blockbuster oder bewährte Formeln seien. "Das System hat Menschen ausgeschlossen", so Stewart. Was genau für sie ein Riesenerfolg wäre, erklärte die Oscar-nominierte Schauspielerin ("Spencer", "Love Lies Bleeding") so: "Wenn du etwas umsonst machst und eine kleine Zahl an Menschen erreichst, das ist genug für mich. Wenn es im Kino gezeigt wird, wenn ein paar Interviews dazu geführt werden, wenn wir ein paar Vorführungen haben und wenn ein paar Leute ihn gesehen haben. Wenn jemand sagt "Oh wow, das hat mich verändert". Das wäre ein Erfolg." Aber gleichzeitig könne sie sich auch vorstellen, ein großes Publikum zu erreichen. "Wenn die Leute den Mut hätten, einer Person die Führung zu überlassen, und diese Person tatsächlich finanziert, unterstützt und an sie geglaubt würde – dann würden die Leute wieder ins Kino gehen. Und zwar nicht nur, um sich den zehnten Marvel-Film anzusehen." Als Beispiel für einen solchen Film nannte Stewart den Kassenschlager "Barbie" von Greta Gerwig. Kristen Stewart kritisierte in der Vergangenheit mehrfach das System Hollywood: Im November bezeichnete sie die Lage für Filmemacherinnen als "verheerend". Die Zeiten von MeToo und einem Fokus auf Frauen und ihre Geschichten seien vorbei. Im vergangenen Jahr nannte sie Hollywoods Bestrebungen zur Geschlechtergleichheit "verlogen". Zuletzt sah man Stewart im lesbischen Drama "Love Lies Bleeding" Hier spielte sie eine Fitnessstudioangestellte, die sich in eine Bodybuilderin verliebt und in einen Strudel aus Gewalt, Sex und Anabolika gerissen wird. Mit dem Film "The Chronology of Water" feierte Kristen Stewart im Mai 2025 ihr Debüt als Regisseurin. Der Film erscheint 2026 in den deutschen Kinos. Neben ihr feiern auch Schauspielerin Scarlett Johansson mit "Eleanor the Great" ihr Regiedebüt . Auch der Brite Harris Dickinson, bekannt aus "Triangle of Sadness" und "Babygirl", arbeitete für das Obdachlosendrama "Urchin" erstmals als Regisseur.