Ukraine-Gespräche: Wolodymyr Selenskyj telefoniert mit Witkoff und Kushner

Datum06.12.2025 19:36

Quellewww.zeit.de

TLDRDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj führte ein "substanzielles" Telefonat mit US-Verhandlungsführern Witkoff und Kushner über den Friedensprozess mit Russland. Nach einem erfolglosen Gespräch zwischen den US-Sondergesandten und Putin in Moskau wurde ein weiteres Treffen mit dem ukrainischen Chefunterhändler in Miami geplant. Ein Treffen europäischer Regierungschefs, darunter Merz, Macron und Starmer, findet in London statt, um die Fortschritte der Verhandlungen und Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu diskutieren.

InhaltDer ukrainische Präsident berichtet von einem "substanziellen" Telefonat mit den US-Verhandlungsführern. Am Montag trifft er in London Merz, Macron und Starmer. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet von einem langen und "substanziellen" Telefonat mit dem Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, und Trumps Schwiegersohn und Verhandler Jared Kushner. Die Ukraine sei entschlossen, weiter vertrauensvoll mit den USA zusammenzuarbeiten, um Frieden zu erreichen, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Man habe sich auf die nächsten Schritte und den Rahmen für Gespräche mit den USA geeinigt. Witkoff und Kushner hatten Anfang der Woche den russischen Staatschef Wladimir Putin in Moskau getroffen, um über ein Ende des seit fast vier Jahren andauernden russischen Krieges gegen die Ukraine zu sprechen. Das fünfstündige Treffen führte jedoch zu keinem Durchbruch.  Anschließend berieten Witkoff und Kushner zwei Tage lang in Miami mit dem ukrainischen Chefunterhändler Rustem Umjerow. Ein weiteres Treffen mit ihm ist geplant. Beide Seiten seien sich einig, dass wirkliche Fortschritte von der Bereitschaft Russlands abhingen, "sich ernsthaft für einen langfristigen Frieden einzusetzen", teilte das US-Außenministerium mit. Dabei ist allerdings unklar, inwiefern Trump die Einschätzung teilt, wonach Russland an der Reihe sei, Vorschläge zu machen: Außenminister Marco Rubio gilt als deutlich kritischer gegenüber Putin als Trumps Vertraute Witkoff und Kushner, die eine größere Rolle bei den Gesprächen mit Russland spielen als Rubio. Unterdessen ließ Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mitteilen, dass er zu einem Treffen von europäischen Regierungschefs mit Selenskyj nach London reisen werde. Am Montag werden dort außerdem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premier Keir Starmer erwartet. Macron hatte das Treffen zuvor auf X angekündigt. Man wolle dort den aktuellen Stand der Verhandlungen besprechen, schrieb Macron. Die Verhandlungsbemühungen mit den USA müssten fortgesetzt werden. Ziel sei es, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu geben, "ohne die kein robuster und dauerhafter Friede möglich sein wird".  Grundlage der aktuellen Verhandlungen ist der Ukraine-Plan, den die USA vor knapp drei Wochen vorgelegt hatten. Der ursprüngliche Entwurf, der als ausgesprochen russlandfreundlich bewertet wird, wurde auf Drängen der Ukraine und ihrer europäischen Verbündeten in zentralen Punkten überarbeitet.  Nach dem ursprünglichen Plan sollte die Ukraine einen Nato-Beitritt verbindlich ausschließen, ihre Streitkräfte verkleinern und den gesamten Donbass im Osten der Ukraine an Russland abgeben – auch Gebiete, die nicht von Russland besetzt sind. Russland würde hingegen eingeladen, den G7 beizutreten und würde sein in der EU gesperrtes Staatsvermögen zurückerhalten. Über die überarbeitete Fassung des Plans wurde bislang kaum etwas bekanntgegeben.