»Aida Diva«: Norovirus-Ausbruch an Bord, 101 Personen betroffen

Datum06.12.2025 16:41

Quellewww.spiegel.de

TLDRAn Bord der "Aida Diva" sind 101 Personen, darunter 95 Passagiere und sechs Crewmitglieder, aufgrund eines Norovirus-Ausbruchs erkrankt. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat die Fälle gemeldet, da mehr als drei Prozent der Reisenden betroffen sind. Das Kreuzfahrtschiff, das seit dem 10. November auf einer 133-tägigen Weltreise ist, hat zusätzliche Hygienemaßnahmen eingeführt, um die Situation zu kontrollieren. Noroviren sind hochansteckend und häufige Auslöser von Magen-Darm-Erkrankungen. Ein Impfstoff existiert nicht.

InhaltDurchfall und Erbrechen: Die "Aida Diva" hat der US-Gesundheitsbehörde CDC gemeldet, dass 95 Passagiere und sechs Crewmitglieder auf dem Schiff erkrankt seien. Die Betroffenen werden demnach an Bord isoliert. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. 133 Tage dauert die Weltreise auf dem Kreuzfahrtschiff "Aida Diva". Am 10. November stach das Schiff der Aida Cruises am Hamburger Hafen in See. 55 Häfen liegen auf der Route, in 27 Ländern auf vier Kontinenten. Doch für knapp fünf Prozent der Passagiere dürfte die Freude erheblich getrübt sein: Wie das Schiff der US-Gesundheitsbehörde CDC am 30. November mitgeteilt hat, gibt es an Bord der "Aida Diva" einen Norovirus-Ausbruch. Zuerst hatte das österreichische Online-Reisemagazin "Cruise4News" berichtet  . Wenn mehr als drei Prozent der Passagiere oder der Crew dem medizinischen Dienst des Schiffs von Magen-Darm-Problemen berichtet haben und das Schiff an US-amerikanischen Häfen angelegt hat, veröffentlicht die CDC dazu Informationen . Im Fall der "Aida Diva" litten den Angaben zufolge 95 der 2007 Reisenden und 6 der 640 Crewmitglieder an Durchfall und Erbrechen. Es ist bereits der 21. Fall eines Magendarmkrankheitsausbruchs in diesem Jahr, den die CDC öffentlich gemacht hat. Die meisten wurden durch das Norovirus ausgelöst. Das deutsche Kreuzfahrtunternehmen Aida Cruises ist zum ersten Mal davon betroffen. An Bord der "Aida Diva" würden nun verstärkte Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt, meldete das Schiff der Behörde. Bei den betroffenen Patienten seien Stuhlproben genommen worden. Zudem würden erkrankte Passagiere und Besatzungsmitglieder isoliert. Die zuständige Abteilung der CDC überwache die Situation aus der Ferne und überprüfe die Einhaltung der Hygienevorschriften, heißt es weiter. Eine Sprecherin von Aida Cruises sagte auf SPIEGEL-Anfrage, es handele sich um ein saisonal typisches Infektionsgeschehen, bedingt durch die Wintersaison. Die Erkrankungen erreichten ihren Höhepunkt zwischen November und April. Insofern spiegle der Bericht auch das Infektionsgeschehen an Land wider. Man habe an Bord zusätzliche Hygienemaßnahmen eingeführt, so die Sprecherin, "und die Fallzahlen sinken". Zudem betont das Unternehmen, dass die veröffentlichten Zahlen akkumulierte Werte seien. Das bedeutet, dass nicht alle 101 Fälle gleichzeitig aufgetreten sind. Das Schiff wird am 23. März 2026 zurück in Hamburg erwartet. Derzeit ist es im Panamakanal unterwegs in Richtung Pazifik, wo Ziele in Costa Rica, Guatemala, Mexiko, Kalifornien und auf Hawaii angesteuert werden. Noroviren sind weltweit verbreitet und zählen zu den häufigsten Auslösern akuter Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen. Typische Symptome sind plötzlich einsetzendes, heftiges Erbrechen und Durchfall, begleitet von Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeiner Schwäche. Vor allem bei Kindern und älteren Menschen kann die Erkrankung zu gefährlichem Flüssigkeitsverlust führen. Der Erreger ist hochansteckend, ein Mensch kann sich schon mit einigen wenigen Viruspartikeln infizieren. Ein zugelassener Impfstoff gegen Noroviren existiert bislang nicht. Das Norovirus wird seit Langem mit Kreuzfahrten in Verbindung gebracht: Weil täglich Tausende Menschen die Gemeinschaftsanlagen nutzen, bieten Kreuzfahrtschiffe ideale Voraussetzungen für die Verbreitung des Virus. Was das Robert Koch-Institut (RKI) bei Norovirus-Erkrankungen rät, lesen Sie hier .