Portugal: Bestatter jubelt totem Mann Strafzettel unter

Datum05.12.2025 21:02

Quellewww.spiegel.de

TLDREin Bestatter in Portugal wird angeklagt, einen toten Mann als Fahrer für einen Geschwindigkeitsverstoß angegeben zu haben, um einen Bußgeldbescheid zu umgehen. Der 19-Jährige war kürzlich bei einem Unfall gestorben. Der Geschäftsführer des Bestattungsunternehmens füllte das Formular der Verkehrsbehörde mit den Daten des Verstorbenen aus, nachdem sein Fahrzeug in einer Tempo-50-Zone mit 102 km/h geblitzt wurde. Der Betrugsversuch wurde aufgedeckt, als die Eltern des Verstorbenen den Strafzettel erhielten. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Haft.

InhaltUm einen Strafzettel für zu schnelles Fahren nicht zahlen zu müssen, hat ein Bestatter einen Toten als Fahrer angegeben. Dabei war der junge Mann selbst bei einem Autounfall gestorben. Ihm drohen bis zu sieben Jahren Haft. Mit 102 Kilometern pro Stunde in einer Tempo-50-Zone wurde das Fahrzeug einer Bestattungsfirma in Portugal Ende Dezember vergangenen Jahres geblitzt. Als der Strafzettel dreieinhalb Wochen später ankam, bezahlte der 56-jährige Geschäftsführer des Unternehmens das hohe Bußgeld jedoch nicht. Laut der Staatsanwaltschaft in Castelo Branco trug er in das Formular der Verkehrsbehörde ANSR einen 19-Jährigen als verantwortlichen Fahrer für die Geschwindigkeitsüberschreitung ein. Dabei war der junge Mann kurz zuvor bei einem Unfall gestorben. Das Unternehmen hatte sein Begräbnis organisiert und deshalb alle Daten des jungen Mannes zur Hand. Der Betrugsversuch flog auf, als die Eltern des Toten den Bußgeldbescheid in Höhe von 300 bis 1.500 Euro erhielten. Sie seien fassungslos und empört gewesen, zumal ihr Sohn bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sei, zitierte die Nachrichtenagentur Lusa den Anwalt der Eltern. Die Staatsanwaltschaft habe gegen den Geschäftsführer Anklage erhoben, berichteten die Zeitung "Correio da Manhã" und weitere portugiesische Medien unter Berufung auf Justizkreise. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa diese Informationen. Der Beschuldigte soll nun bald wegen Urkundenfälschung und Datenmissbrauchs vor Gericht kommen. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren.