Datum05.12.2025 16:31
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie "New York Times" verklagt das KI-Startup Perplexity wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen. Das Unternehmen würde Inhalte der Zeitung ohne Genehmigung nutzen und falsche Informationen zuschreiben. Die Zeitung sieht dies als direkte Konkurrenz an und fordert eine Einigung zur Nutzung ihrer Inhalte. Die Klage ist Teil einer größeren Auseinandersetzung mit KI-Startups über Urheberrechtsfragen, in der auch bereits OpenAI und Microsoft verklagt wurden. Perplexity hat Versuche, die Inhalte auf Anfrage nicht mehr zu nutzen, ignoriert.
InhaltDie KI-Suchmaschine Perplexity spuckt Bezahlinhalte der "New York Times" aus. Das sei direkte Konkurrenz, argumentiert die Zeitung – und zieht vor Gericht. Es ist nicht ihre erste Klage gegen ein KI-Unternehmen. Die "New York Times" will gegen das KI-Start-up Perplexity vor Gericht ziehen. Das Unternehmen würde unerlaubterweise Inhalte der Tageszeitung nutzen, heißt es in einer Mitteilung . In die von Perplexity erzeugten Texte würden Informationen der "New York Times" einfließen, teils würden ganze Artikel übernommen. Das sieht die Zeitung als direkte Konkurrenz. "Perplexity bietet seinen eigenen Nutzern kommerzielle Produkte an, die die Times ersetzen, ohne Genehmigung oder Vergütung", heißt es demnach in der Klage. Teils würde das KI-Start-up der Zeitung auch falsche Informationen zuschreiben, die gar nicht aus ihren Artikeln stammen. Die "New York Times" habe Perplexity in den vergangenen anderthalb Jahren mehrfach aufgefordert, ihre Inhalte vorerst nicht mehr zu nutzen. Stattdessen solle eine Vereinbarung getroffen werden, wie in Zukunft damit umgegangen werden soll. Perplexity kam dem offenbar nicht nach. Nach Angaben der "New York Times" ist die aktuelle Klage in den USA eine von mehr als 40, in denen es um Urheberrechtsverletzungen durch KI-Konzerne geht. Das "Wall Street Journal" und die "New York Post" hatten vor wenigen Monaten eine ähnliche Klage eingereicht . Die "New York Times" verklagte im Dezember 2023 bereits OpenAI und Microsoft. Damals warf die Zeitung den Unternehmen vor, ihre KI-Systeme mit Millionen von Artikeln trainiert zu haben, ohne dafür zu zahlen. OpenAI und Microsoft bestritten das. Das KI-Unternehmen Anthropic hat im September einer Zahlung von 1,5 Milliarden Dollar an diverse Autoren und Verlage zugestimmt. Richter hatten entschieden, dass es für den Aufbau seiner Systeme Hunderttausende urheberrechtlich geschützte Bücher illegal heruntergeladen und gespeichert hatte. Perplexity betreibt eine Chatbot-ähnliche Suchmaschine, die Informationen nicht nur zutage fördert, sondern die Ergebnisse bereits aufbereitet. Einige Medienhäuser, etwa der SPIEGEL, kooperieren mit Perplexity. Die KI-Suchmaschine hat dadurch Zugriff auf Artikel vor der SPIEGEL-Paywall.