Datum04.12.2025 15:51
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Untersuchungsausschuss zum Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg beschäftigt sich mit den Lücken im Lebenslauf des Täters, Taleb al-Abdulmohsen. Ungereimtheiten wurden festgestellt, darunter das Fehlen von Bewerbungsunterlagen und Überprüfungen durch den Arbeitgeber. Al-Abdulmohsen, der als Stationsarzt bei Salus arbeitete, hatte im Dezember 2024 mit einem Auto den Weihnachtsmarkt überfahren, wobei sechs Menschen starben und über 300 verletzt wurden. Der Prozess gegen ihn läuft aktuell am Landgericht Magdeburg.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Anschlag auf Weihnachtsmarkt“. Lesen Sie jetzt „Ausschuss thematisiert Lücken im Lebenslauf des Todesfahrers“. Der Untersuchungsausschuss zum Anschlag in Magdeburg widmet sich einem neuen Themenkomplex und nimmt nun verstärkt die Berufslaufbahn des Täters in den Blick. Zum Auftakt wurden mehrere Ungereimtheiten deutlich: Es gibt keinen Bericht zum Bewerbungsgespräch, Lücken im Lebenslauf wurden vom Arbeitgeber mutmaßlich nicht überprüft und es fehlten Zeugnisse und Weiterbildungsnachweise in der Personalakte, wie die Leiterin des Justiziariats des Gesundheitsunternehmens Salus auf Nachfrage der Abgeordneten sagte. Taleb al-Abdulmohsen war im Dezember 2024 mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt von Magdeburg gefahren. Sechs Menschen wurden getötet, mehr als 300 wurden zum Teil schwerst verletzt. Derzeit läuft am Landgericht Magdeburg der Prozess gegen den Mann aus Saudi-Arabien. Er arbeitete im Maßregelvollzug in Bernburg (Salzlandkreis) bei der Salus als Stationsarzt, sein Aufgabengebiet umfasste die psychiatrische Betreuung von Straftätern. Al-Abdulmohsen war vor der Einstellung über eine bundesweit agierende Personalagentur vorgestellt worden. Ihrer Kenntnis nach habe es nur diesen einzigen Vorschlag gegeben, sagte die Salus-Mitarbeiterin. Auf Nachfrage der Abgeordneten zur Arbeitslosigkeit des Mannes und den Lücken im Lebenslauf sagte sie: "Mir ist nicht bekannt, dass diese überprüft wurden." Eine Erklärung, warum in der Personalakte keine Zeugnisse und Weiterbildungsnachweise seien, habe sie nicht. © dpa-infocom, dpa:251204-930-380697/1