Datum04.12.2025 15:34
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas FBI hat nach fünf Jahren Ermittlungen einen Verdächtigen festgenommen, der am 5. Januar 2021 zwei Rohrbomben in Washington platziert haben soll. Die Bomben wurden vor dem Sturm auf das Kapitol durch Trump-Anhänger am 6. Januar entdecken und entschärfen. Dies ist die erste Identifizierung eines konkreten Verdächtigen. Details zu möglichen Anklagen sind noch nicht bekannt. Trotz umfangreicher Ermittlungen gelang es dem FBI, bis zur Festnahme keinen konkreten Zusammenhang zwischen der Aktion und dem Kapitolsturm zu klären.
InhaltBevor am 6. Januar 2021 Hunderte Trump-Anhänger das Kapitol stürmten, versteckte ein Unbekannter in Washington zwei Rohrbomben. Sie wurden rechtzeitig entschärft, doch erst Jahre später kann das FBI eine Festnahme melden. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Ermittlungserfolg für das FBI: Nach fünf Jahren Ermittlungen konnte eine Person festgenommen werden, die am Vorabend des Angriffs auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 in Washington zwei Rohrbomben platziert haben soll. Das teilte ein Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden der Nachrichtenagentur AP mit. Auch der US-Sender CNN berichtet über den Fall und bezieht sich dabei auf zwei Personen aus der Behörde. Es ist das erste Mal, dass die Ermittler eine konkrete Verdächtige oder einen konkreten Verdächtigen identifiziert haben. Die Festnahme fand am Donnerstagmorgen statt, und der Verdächtige sei ein Mann, hieß es. Weitere Details – etwa zu den drohenden Anklagen – lagen zunächst nicht vor. Die Rohrbomben waren am Abend des 5. Januar 2021 in der Nähe der Parteizentralen der Demokraten und Republikaner im Regierungsbezirk Washington, D.C. platziert worden. Auch wenn die Bomben erst am nächsten Tag entdeckt wurden, wurde niemand verletzt, die Sprengsätze konnten entschärft werden. Beide Bomben hätten tödlich sein können, berichtete das FBI. Am Tag darauf stürmten Anhänger des damaligen Präsidenten Donald Trump das Kapitol, um die Bestätigung seiner Wahlniederlage gegen Joe Biden zu verhindern. In den folgenden Jahren bat die Behörde die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Identifizierung einer Person, die auf Überwachungsvideos zu sehen war. Die Ermittler taten sich schwer, selbst grundlegende Fragen zu beantworten – etwa nach dem Geschlecht, dem Motiv oder einem möglichen Zusammenhang zwischen der Aktion und dem Kapitolsturm am nächsten Tag. Um einen Durchbruch zu erzielen, veröffentlichte das FBI im Januar vergangenen Jahres weitere Informationen, darunter eine Schätzung, dass der oder die Verdächtige etwa 1,70 Meter groß sei, sowie bislang unveröffentlichte Videoaufnahmen, die zeigen sollen, wie eine der Bomben platziert wurde. Trotz Hunderter Hinweise, Zehntausender ausgewerteter Videoaufnahmen und zahlreicher Vernehmungen gelang es der Behörde jedoch jahrelang nicht, eine konkrete Person zu identifizieren.