Debatte um Böllerverbot: Grüne fordern Ende privater Silvester-Böllerei in Sachsen

Datum04.12.2025 13:04

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Grünen im Sächsischen Landtag fordern ein Verbot privater Silvester-Böllerei aufgrund von Tierleid, Müll und der Überlastung von Rettungskräften. Fraktionschefin Franziska Schubert betont, dass eine Umfrage und eine Petition mit über zwei Millionen Unterschriften für ein solches Verbot sprechen. Die Grünen schlagen stattdessen zentrale Feuerwerke oder Lichtshows vor. Die Debatte wird von der AfD als Verbotsdiskussion kritisiert. Innenpolitiker Valentin Lippmann betont die Notwendigkeit eines Böllerverbots zur Reduzierung von Verletzungen und Belastungen für Rettungsdienste.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Debatte um Böllerverbot“. Lesen Sie jetzt „Grüne fordern Ende privater Silvester-Böllerei in Sachsen“. Der Sächsische Landtag hat kontrovers über ein Verbot privater Feuerwerke zu Silvester debattiert. Das Thema war auf Antrag der Grünen auf die Tagesordnung der Aktuellen Stunde gelangt. "Jedes Jahr zum Jahreswechsel wird geböllert – das verursacht Tierleid, Müll und belastet unsere Rettungskräfte", sagte Fraktionschefin Franziska Schubert. Ähnlich äußerten sich die Linken. Die AfD kritisierte das Ansinnen als "typische grüne Verbotsdebatte". Immer mehr Menschen wünschen sich ein Ende der privaten Böllerei zu Silvester, sagte Schubert mit Blick auf Umfragen. Das würden auch die mehr als zwei Millionen Unterschriften für eine Petition der Gewerkschaft der Polizei zeigen. "Es ist Zeit, dass wir dem Druck der breiten Gesellschaft folgen. Es ist Zeit, Politik zu machen im Interesse von Tierwohl, Umweltschutz und öffentlicher Sicherheit." "Nichts spricht dagegen, unsere Traditionen zu bewahren – aber wir können sie weiterentwickeln: durch zentral kontrollierte, professionelle Feuerwerke, durch Licht- und Lasershows", schlug Schubert vor. Das alles sei genauso bunt, genauso feierlich, aber sicherer, nachhaltiger und verantwortungsbewusster. So schütze man die vielen Haus-, Wild- und Nutztiere, denen die Knallerei Jahr für Jahr extrem zusetzt. Auch die Kommunen würden von Müll entlastet.  Grünen-Innenpolitiker Valentin Lippmann erinnerte an die Belastung der Rettungsdienste. Sie befänden sich zu Silvester regelmäßig im Ausnahmezustand. "Polizei, Feuerwehr und Sanitäter stehen oft wortwörtlich unter Beschuss und werden bei ihrer Arbeit behindert. Die Krankenhäuser und Notaufnahmen sind voll mit Menschen mit feuerwerkstypischen Verletzungsbildern, die hätten verhindert werden können. Die körperliche und psychische Belastung aller ist enorm." Die Grünen forderten die CDU-SPD-Minderheitsregierung auf, sich im Bund für eine Änderung des Sprengstoffrechts einzusetzen. "Wir brauchen zumindest eine Länderöffnungsklausel, die es den Bundesländern ermöglicht, Böllerverbote zu erlassen", so Lippmann. Tausende Verletzte, überlastete Rettungsdienste und mit Böllern beworfene Polizeikräfte seien nicht mit dem Ruf nach einer verantwortungslosen Freiheit zum Böllern zu rechtfertigen. Die Gewerkschaft der Polizei übergab eine Petition mit dem Titel "Bundesweites Böllerverbot, JETZT!" an die Innenministerkonferenz (IMK). Mehr als 2,2 Millionen Menschen hatten diese unterstützt. Die Petition fordert ein umfassendes Böllerverbot im Privatbereich. Die Innenminister der Länder tagen bis Freitag in Bremen. Der Umgang mit privatem Silvesterfeuerwerk ist eines von vielen Themen der Konferenz. © dpa-infocom, dpa:251204-930-379335/1