Russisches Vermögen: Russischer Botschafter warnt EU vor Nutzung eingefrorenen Vermögens

Datum16.10.2025 18:11

Quellewww.zeit.de

TLDRDer russische Botschafter Sergej Netschajew hat die Pläne von Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert, eingefrorenes russisches Vermögen für Kredite an die Ukraine zu nutzen. Er bezeichnete dies als "Diebstahl" und warnte vor Konsequenzen. Merz möchte das in der EU eingefrorene Vermögen der russischen Zentralbank in Höhe von 140 Milliarden Euro für zinsfreie Kredite verwenden und setzt sich dafür auf dem kommenden EU-Gipfel ein. Netschajew erklärte, ein solcher Schritt könnte das Ansehen der EU gefährden.

InhaltBundeskanzler Friedrich Merz will das eingefrorene russische Milliardenvermögen für Kredite für die Ukraine nutzen. Der russische Botschafter spricht von "Diebstahl". Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, hat die Pläne zur Nutzung des in der EU eingefrorenen russischen Vermögens für die Aufrüstung der Ukraine als "Diebstahl" bezeichnet und mit Konsequenzen gedroht. "Jegliche ohne Zustimmung Russlands erfolgte Verfügung über souveräne russische Vermögenswerte, ungeachtet der Machenschaften der Europäischen Kommission, ist nichts anderes als Diebstahl", heißt es in einer Stellungnahme des Botschafters. Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Regierungserklärung im Bundestag seinen Vorschlag für die Nutzung des russischen Vermögens bekräftigt, für den er sich beim EU-Gipfel in der nächsten Woche in Brüssel einsetzen will. Er will das in Belgien eingefrorene Vermögen der russischen Zentralbank für zinsfreie Kredite für die Ukraine in Höhe von insgesamt 140 Milliarden Euro nutzen. Russland warne "nachdrücklich" vor einem solchen Vorgehen, kommentierte Netschajew die Pläne. "Diebstahl ist ein Verbrechen. Ein derartiger Schritt würde das Ansehen der Europäischen Union als verlässlichen Zufluchtsort für souveräne Finanzreserven vollständig zerstören." Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.