Meinung: News des Tages: Wehrdienst, Coronavirus, Laura Dahlmeier

Datum16.10.2025 17:49

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Wehrdienstdebatte in Deutschland sorgt für Unruhe bei jungen Menschen, insbesondere mit einem Vorschlag für ein Losverfahren zur Wehrpflicht. Jens Spahn äußerte sich dazu im Bundestag, während die Unzufriedenheit mit Verteidigungsminister Pistorius' Gesetzentwurf wächst. Gleichzeitig steigen die Coronavirus-Fälle, was die Bevölkerung verunsichert, obwohl die Situation im Vergleich zum Vorjahr besser ist. Zudem wurde der tödliche Kletterunfall der Ex-Biathletin Laura Dahlmeier thematisiert, der emotional bewegt.

InhaltDie Wehrdienstdebatte verstört junge Menschen. Das Coronavirus taucht wieder vermehrt auf. Und: Ihr Vater und ein Kletterfreund sprechen über Laura Dahlmeiers tödlichen Unfall. Das ist die Lage am Donnerstagabend. Die drei Fragezeichen heute: Wenn jemand einen besseren Weg wisse, solle er ihn nennen: So hat Unionspolitiker Jens Spahn heute im Bundestag den Vorschlag seiner Partei für ein Losverfahren beim neuen Wehrdienst kommentiert. Das Los soll entscheiden, wenn die Bundeswehr nicht genügend Freiwillige findet (hier dazu unsere SPIEGEL-Leserdebatte). Danach ging der Schlagabtausch im Bundestag über den neuen Wehrdienst am Nachmittag erst richtig los. Dennoch fand ich Spahns Nebensatz entlarvend, weil er so ideenlos und defensiv wirkte. Was klar ist: Deutschland muss verteidigungsfähig werden. Alles Weitere ist Gegenstand eines Koalitionsstreits. Viele sind mit dem Gesetzentwurf von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) unzufrieden, was wiederum Pistorius erzürnt (mehr dazu lesen Sie hier  ). Und was denken die Jungen? Meine Kollegin Anastasia Trenkler hat mit dem Vorsitzenden der Schüler Union, Manuel Stroh, gesprochen. Er fordert mehr Mitsprache und "ein wasserdichtes Konzept, mit dem meine Generation planen kann." Auch über die Rentenreform debattierte der Bundestag heute übrigens (mehr dazu hier ). Längst ist klar: Das System braucht eine grundlegende Neuordnung. Anliegen der Jüngeren finden auch hier kaum Gehör. Vielleicht sollte man für neue Einsichten einmal beide Themen zusammen denken: Wie würde wohl die Idee ankommen, per Los zu entscheiden, wer mit 63 in Rente gehen kann und wer nicht? Unvorstellbar, dass ein Politiker sich mit so einem Vorschlag in die Nesseln der Rentnerrepublik setzte. Junge zum Dienst an der Waffe zuzulosen ist dagegen denk- und sagbar. Das zeigt exemplarisch, wie respektlos Deutschlands Politik jungen Menschen mitunter begegnet. Wem mutet man Dinge zu, wen schont man? Letztlich ringt Politik immer um diese Fragen – und sollte ihre Entscheidungen allen Altersklassen besser erklären können. Auf diesen Trend könnte ich als Mutter eines Kitakindes gut verzichten: Die Zahl der Covid-19-Fälle in Deutschland steigt gerade wieder. Das zeigen ans Robert Koch-Institut (RKI) übermittelte Daten. Durch die Herbstferien könnten die Zahlen aus dem aktuellen Bericht stärker schwanken und sich nachträglich noch verändern, heißt es vom RKI außerdem. Zwar soll der Anstieg der Corona-Aktivität immer noch niedriger sein als im Vorjahr um diese Zeit. Das tröstet mich aber nur wenig. Es ist wohl die neue, leidige Realität im Herbst und Winter, dass man sich damit abfinden muss, dass neben allen ohnehin schon herumschwirrenden Keimen und Viren auch das Coronavirus einfach noch obendrauf kommt. Ich muss sagen: Das bleibt ätzend, auch wenn die Coronapanik – zum Glück und dank wirksamer Impfstoffe – abgeflaut ist. Falls Sie bei Corona irgendwann wie ich die sofortige Alarmiertheit abgelegt und den Überblick verloren haben: Aktuell ist die Linie XFG, auch Stratus genannt, am weitesten verbreitet. Das ist eine Linie der Omikron-Variante (dieser Name sagte mir trotz meiner Corona-Abgestumpftheit noch etwas). Der tödliche Kletterunfall von Ex-Biathletin Laura Dahlmeier, 31, bewegte Deutschland. Ein SPIEGEL-Team hat für die aktuelle Titelstory die dramatischen Geschehnisse am Laila Peak in Pakistan rekonstruiert . Die Kollegen konnten mit Dahlmeiers Vater Andreas sprechen sowie mit Profibergsteiger Thomas Huber. Er war mit Dahlmeier befreundet und hatte einen – vergeblichen – Bergungsversuch unternommen. Vermutlich haben die herabfallenden Steine die Bergsteigerin unmittelbar getötet. Ihr Helm, so berichtet Dahlmeiers Kletterpartnerin von den Momenten des Unglücks, war zertrümmert. "Laura Dahlmeier wird am Laila Peak bleiben", sagt mein SPIEGEL-Kollege Gerhard Pfeil nach Abschluss seiner Recherche. Huber erzählte ihm, dass er vor seiner Abreise vom Laila Peak noch eine kleine Gedenktafel am Stein befestigen konnte: "Es ist ein wunderschöner Ort, wo Laura jetzt ihre Ruhe findet", so der Extremkletterer.   • Lesen Sie hier die aktuelle SPIEGEL-Titelgeschichte: "Laura, halte durch"  Regel Nummer eins – Trump besser nicht korrigieren: In seinen spektakulären Erinnerungen erzählt Jens Stoltenberg aus dem Innenleben der Nato. Und er schreibt, was der Westen aus seiner Sicht gegenüber Russland falsch gemacht hat . Not keeping up with the Kardashians: Wie geht Co-Parenting mit dem umstrittenen Rapper Kanye West? Es ist "nicht einfach", sagt Ex-Frau Kim Kardashian, 44. Die beiden haben vier gemeinsame Kinder. Im Podcast "Call Her Daddy" erklärte die Unternehmerin gegenüber Host Alex Cooper: "Ich ziehe die Kinder groß, in Vollzeit. Sie leben bei mir." West, 48, hatte in der Vergangenheit behauptet, seine Ex-Frau habe die Kinder "entführt". Am Vorwurf der Entfremdung sei aber nichts dran, betonte Kardashian. Auf die Nachfrage von Cooper, wann West seine Kinder das letzte Mal gesehen habe, antwortete Kardashian: "Es ist wahrscheinlich schon ein paar Monate her, seit wir von ihm gehört haben." Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel. Seit Kurzem ist die neue Video-KI der Firma OpenAI, Sora 2, auf dem Markt, zumindest in Nordamerika. Mit ihr lassen sich realistisch erscheinende Kurzclips per Texteingabe erstellen. Auch mit schwierigen Bewegungsabläufen wie Skateboardfahren oder Akrobatik kann das Tool augenscheinlich gut umgehen, die Tonspur der Videos ist ebenfalls oft beeindruckend gut. Seit wenigen Tagen kann man die KI in Deutschland zumindest über Zweitanbieter nutzen. Der offizielle Start in Europa steht noch an. In der Zwischenzeit kann man sich mit bemerkenswert kreativen oder sogar cineastischen Sora-2-Videos auf das neue Zeitalter der KI-Videos einstimmen, etwa mit diesem actiongeladenen Schneesturmclip  , den ein Nutzer veröffentlicht hat. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. HerzlichIhre Angela Gruber, Autorin im Wirtschaftsressort