Rechtsterrorismus: NSU-Terroristin Beate Zschäpe gibt sich vor Gericht reumütig

Datum03.12.2025 13:48

Quellewww.zeit.de

TLDRBeate Zschäpe, Hauptangeklagte im NSU-Prozess, gibt vor Gericht an, ihre Schuld zu erkennen und äußert Scham über ihre Taten. In einem neuen Verfahren gegen eine mutmaßliche Unterstützerin des NSU offenbarte sie, dass sie erst während ihres Prozesses begann, ihre Verurteilung von 2018 zu akzeptieren. Zschäpe war zwischen 2000 und 2007 an zehn rassistisch motivierten Morden beteiligt. Der aktuelle Prozess in Dresden betrifft eine Unterstützerin, die Zschäpe geholfen haben soll.

InhaltBis zum Ende des NSU-Prozesses 2018 kam von der Hauptangeklagten Beate Zschäpe kein Schuldeingeständnis. Jetzt steht sie als Zeugin vor Gericht und spricht von Scham. Im Prozess gegen eine mutmaßliche Unterstützerin des NSU hat die 2018 verurteilte Terroristin Beate Zschäpe angegeben, ihre Schuld einzusehen. "Ich schäme mich", sagte die 50-Jährige bei ihrer mehrstündigen Zeugenaussage vor dem Oberlandesgericht Dresden. Erst im Prozess gegen sie habe sie begonnen, ihre Schuld einzusehen, sagte Zschäpe. Zu Opfern und Angehörigen habe sie seither keinen Kontakt aufgenommen. "Ich würde das als übergriffig empfinden", sagte sie. Rund sieben Jahre, nachdem sie vom OLG München 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, sagte Zschäpe nun, dass sie die Verurteilung inzwischen in vollem Umfang angenommen habe. Als Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds – einer terroristischen Vereinigung um die drei Haupttäter Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Zschäpe selbst – war sie zwischen den Jahren 2000 und 2007 an zehn Morden beteiligt, neun davon rassistisch motiviert.  Der derzeit laufende Prozess in Dresden richtet sich gegen Susann E., der die Bundesanwaltschaft eine Unterstützung der Terrorgruppe vorwirft. Susann E. soll etwa Zschäpe ihre Krankenkassenkarte und ihre Personalien zur Verfügung gestellt haben.  Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.