Tiere: Der Warzenbeißer ist Insekt des Jahres

Datum03.12.2025 12:17

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Warzenbeißer wurde zum "Insekt des Jahres 2026" für Deutschland, Österreich und die Schweiz gewählt. Diese bis zu vier Zentimeter große Heuschrecke repräsentiert die bedrohte Insektenvielfalt halbtrockener Wiesen. Aufgrund intensiver Landwirtschaft und Landschaftswandel nimmt ihre Population ab. Der Warzenbeißer, bekannt für seinen kräftigen Biss und seine Farbenvielfalt, ist ein wichtiger Botschafter für gefährdete Lebensräume. Naturschutz und nachhaltige Bewirtschaftung sind entscheidend für sein Fortbestehen. Die Auszeichnung gibt es seit 1999.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tiere“. Lesen Sie jetzt „Der Warzenbeißer ist Insekt des Jahres“. Der Warzenbeißer ist zum "Insekt des Jahres 2026" für Deutschland, Österreich und die Schweiz gewählt worden. Die bis zu vier Zentimeter große Heuschrecke stehe exemplarisch für die bedrohte Insektenvielfalt von halbtrockenen Wiesenlandschaften, berichtete das Kuratorium. Das Tier sei mit seinem bulligen Körper, den langen Fühlern und dem charakteristischen würfelförmigen Muster auf den kurzen Vorderflügeln kaum zu verwechseln.  "Seine Farben reichen von leuchtendem Grün bis zu erdigen Brauntönen – eine erstaunliche Variabilität, die ihn in vielen Habitaten anpassungsfähig macht", sagte der Kuratoriumsvorsitzende, Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts im brandenburgischen Müncheberg. "Aufgrund ihrer hohen ökologischen Ansprüche sind größere Populationen des Warzenbeißers aber nur dann anzutreffen, wenn ausreichend große Flächen für die Insekten zur Verfügung stehen." Der Warzenbeißer sei in ganz Europa und Asien verbreitet, und auch in Deutschland finde man ihn im gesamten Bundesgebiet. Dennoch führt der Wandel in der Landschaft zu einem Rückgang. "Die intensivere Landwirtschaft, Drainage und Aufforstung zerstören seine Lebensräume", erklärte Schirmherr Martin Husemann, Direktor am Naturkundemuseum Karlsruhe. Besonders problematisch sei die Isolierung kleiner Populationen – genetischer Austausch werde erschwert, wenn natürliche Korridore fehlten. Seinen ungewöhnlichen Namen verdanke der Warzenbeißer einem alten Volksglauben: So sei man überzeugt gewesen, dass der kräftige Biss und der "scharfe Saft" des Insekts Warzen heilen könnten. "Ob diese Kur wirklich wirksam war, ist bis heute nicht geklärt – schmerzhaft war sie aber in jedem Fall", sagte Schmitt.  Der Warzenbeißers sei ein "Botschafter für gefährdete Lebensraumtypen", heiß es. "Nur durch naturschutzorientierte Pflege, die Vernetzung von Flächen und eine nachhaltige Bewirtschaftung kann das Fortbestehen dieser Art gesichert werden", sagte Schmitt. Das Insekt des Jahres wird seit 1999 gekürt. © dpa-infocom, dpa:251203-930-374013/1