Datum03.12.2025 11:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Baden-Württemberg ist die Zahl alkoholbedingter Krankenhausaufenthalte in den letzten fünf Jahren deutlich gesunken, von etwa 38.600 auf rund 30.200. Besonders bei 13- bis 19-Jährigen reduzierte sich die Rate um 60 Prozent. Experten führen dies auf veränderte Freizeitgewohnheiten und einen bewussteren Umgang mit Alkohol zurück. Dennoch bleibt Alkohol für ältere Erwachsene ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko, während die volkswirtschaftlichen Kosten alkoholbedingter Erkrankungen jährlich etwa 57 Milliarden Euro betragen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesundheit“. Lesen Sie jetzt „Jugendliche trinken weniger, Ältere bleiben Risikogruppe“. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Alkohol ist in Baden-Württemberg in den letzten fünf Jahren stark gesunken. Von 2019 bis 2024 ging sie von knapp 38.600 auf rund 30.200 Fälle zurück, wie das Statistische Landesamt in Stuttgart mitteilt. Besonders auffällig: Bei 13- bis 19-Jährigen fiel die Zahl pro 100.000 Gleichaltrige von 328 auf 131 – ein Rückgang von rund 60 Prozent. Experten führen das auch auf neue Freizeitgewohnheiten, Social Media und einen bewussteren Umgang mit Alkohol zurück. Trotz des Rückgangs bei jungen Menschen bleibt Alkohol für Erwachsene mittleren und höheren Alters ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Bei den 40- bis 49-Jährigen gehen alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte nur leicht von 568 auf 550 zurück, bei den 60- bis 69-Jährigen stehen vor allem Leberkrankheiten im Vordergrund. Deutschland zählt trotz rückläufiger Zahlen weiterhin zu den Ländern mit hohem Alkoholkonsum. Jede Person trinkt im Schnitt rund zehn Liter reinen Alkohol pro Jahr, das entspricht etwa 400 Flaschen Bier oder 110 Flaschen Wein. Die Folgen belasten nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Wirtschaft: Die volkswirtschaftlichen Kosten alkoholbedingter Erkrankungen liegen laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen bei rund 57 Milliarden Euro jährlich. Die durchschnittlichen Krankenhauskosten pro Fall in Baden-Württemberg stiegen nach Angaben der Krankenkasse Barmer von rund 3.300 Euro im Jahr 2019 auf gut 5.000 Euro im Jahr 2024. © dpa-infocom, dpa:251203-930-373520/1