Kunstpodcast: Blau, blau, blau blüht der Tizian

Datum03.12.2025 06:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Kunstpodcast "Augen zu" beleuchtet die Bedeutung des venezianischen Malers Tizian, der im Schatten von Michelangelo und Raffael stand, aber heute faszinierender erscheint. Tizian, aktiv von 1488 bis 1576, zeichnete sich durch seine lebendigen Farben und innovative Kompositionen aus. Besonders ist seine Fähigkeit, Menschlichkeit in seinen Porträts zu zeigen, was ihm zeitlosen Ruhm verleiht. Die Episode diskutiert, warum Tizians Werke die Menschen des 21. Jahrhunderts weiterhin berühren.

InhaltGenauso berühmt wie Michelangelo und Raffael, aber viel eher in der Lage, uns heute noch zu berühren: Wer war Tizian? Lange Zeit stand sein Name ein wenig im Schatten des großen Dreigestirns der italienischen Renaissancemalerei, doch inzwischen zeigt sich, dass nicht Leonardo, nicht Michelangelo und nicht Raffael die Menschen des 21. Jahrhunderts noch immer mit all ihren Werken in den Bann ziehen, sondern: Tizian. In der neuesten Folge des Podcasts Augen zu fragen Florian Illies und Giovanni di Lorenzo nach dem Warum. Während die drei anderen Genies der Hochrenaissance von der Linie her kamen, dachte der Venezianer Tizian (1488–1576) immer aus der Farbe heraus: Seine Rottöne glühen, und sein Blau überstrahlt das Blau jedes anderen Malers seiner Zeit, ja, seine Farben entfalten eine Magie, die sich bis heute erhalten hat. Daneben aber – das ist auch das Thema des Podcasts – gelang es Tizian auch immer wieder, in seinen Bildern die klassischen Kompositionen für biblische oder mythologische Geschichten neu zu denken. Doch wahrscheinlich, da sind sich Florian Illies und Giovanni di Lorenzo einig, sind es weder seine Farbwahl noch sein Kompositionsgeschick, die Tizian seinen fortwährenden Ruhm schenkten, sondern seine besondere Fähigkeit, Menschen zu malen. Päpste in vollem Ornat genauso wie die berühmte nackte Venus von Urbino. Sie scheinen zu atmen, aus Fleisch und Blut zu sein. Und wirken deshalb auch heute noch so lebendig. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an augenzu@zeit.de.